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Vierter Abschnitt: Der Bourgeois einst und jetzt
sind die Tränen nicht wert, die sie etwa den Familien durchsie arbeitslos gewordener Arbeiter verursachen. Also auch hiersteht im Mittelpunkt des Interesses der Mensch, der dieses Malsogar „nur" der Lohnarbeiter ist. Aber auch an diesen dachteman früher, wenn auch vielleicht aus selbstsüchtigen Gründen.
Wir haben eine Menge von Zeugnissen, aus dem mit vollerDeutlichkeit hervorgeht, daß man namentlich gegen die Ein-führung „arbeitsparender" Maschinen eine große Abneigunghatte. Ich führe ein paar besonders lehrreiche Fälle an, indenen diese Abneigung zutage tritt.
Im zweiten Jahr der Elisabeth (von England) unterbreitetein venezianischer „Erfinder " (eine jener typischen Erscheinungen,die wir bereits kennen gelernt haben) dem Vorstand der Tuchmacher--zunft (in der aber schon damals im wesentlichen kapitalistischeVerleger saßen) eine arbeitsparende Maschine zum Walkenbreiter Tuche. Nach reiflicher Überlegung kommt der Vorstandzu einem ablehnenden Bescheide: die Maschine würde zahlreicheArbeiter brotlos machen^!.
Bis 1684 war in Frankreich der Strumpfwirkerstuhl ver-boten (auch in bereits kapitalistisch organisierten Gewerben), vor-wiegend, weil man fürchtete, er könne den armen Leuten denVerdienst schmälern^).
Selbst ein berufsmäßiger Projektenmacher und „Erfinder ",wie Ioh, Ioach. Becher meint"^): „Wiewohlich nicht ratenwill instrumenia zu erfinden, um die Menschen zu ersparen,oder ihnen ihre Nahrung zu verkürzen, so will ich doch nichtabraten, ingtrumenta zu practiciren, welche vorteilhaft undnützlich seyn — zumahlen an solchen Örtern, wo viel Arbeit istund wo man des Äandwerks-Volck nicht wohl haben kann."
Colbert erblickt in dem Erfinder arbeitsparender Maschineneinen „Feind der Arbeit"; Friedrich M. erklärt: „sodannist es auch gar nicht meine Intention, daß die Spinnmaschine