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Dreizehntes Kapitel: Der moderne Wirtschafts-mensch
Ä5as hat sich in der Wirtschaftsgesinnung während desletzten Jahrhunderts verändert? Was kennzeichnet den kapita-listischen Geist unserer Tage, der der hochkapitalistische ist undunterscheidet ihn von dem, den wir im Bourgeois alten Stilslebendig fanden?
Ehe ich auf diese Frage eine Antwort zu geben versuche,wollen wir uns gegenwärtig halten, daß auch heute noch eskeineswegs nur einen Anternehmertyp gibt, daß vielmehr heutenoch wie in der Periode des Frühkapitalismus ein sehr ver-schiedener Geist je in verschiedenen kapitalistischen Anternehmernherrscht, daß wir also erst einmal die großen Gruppen vonAnternehmern unterscheiden müssen, die je einen besonderenTypus darstellen. Als solche treten uns zunächst die alten Be-kannten entgegen, denen wir schon in den früheren Zeiten desKapitalismus begegneten: da ist auch heute noch der Freibeuter,der Grundherr, der Bureaukrat, der Spekulant, der Kaufmann,der Manufakturer, wie uns der Augenschein leicht überzeugenkann
Wenn wir uns das Wirken eines Cecil Rhodes vor Augenhalten: werden wir nicht unwillkürlich an die Genueser Kauf-herren auf ihren Türmen, noch mehr vielleicht an Sir WalterNaleigh, an Francis Drake erinnert? Cecil Rhodes ist eineausgesprochene Räubernatur: ein Entdecker, ein Eroberer, einÄberwinder ganz großen Stils, der freilich neben dem Säbel,der haut, und der Flinte, die schießt, noch die Waffen dermodernen Börsenspekulation für seine Unternehmungen ins Feldführt: halb Politiker, halb kapitalistischer Anternehmer, mehrUnterhändler als Händler, der keine andere Macht anerkenntals die brutale Gewalt. Seltsam, in ihm irgendwelchen puri-