Vierzehntes Kapitel: Das Problem
247
Sachkennern übereinstimmend hervorgehoben und kann jeder-mann durch eigene Beobachtung bestätigt finden. „Wollte manfolgern, daß materielle Klugheit, Geschicklichkeit der Mache,rechnerisches Erfassen und diplomatische Schlagfertigkeit dasWesen des Geschäftsmanns umschreiben, so träfe diese Definitionnicht die größten ihres Schlages. Klugheit und Energie werdenstets zu Erfolgen führen, aber diese Erfolge werden stets über-flügelt durch andere, die man dem Glücke beimißt, oder denZeitumständen oder rücksichtsloser Freibeuterei: mit Anrecht— IW. gewiß nicht in allen Fällen, aber oft; (W. S.) —, dennsie gehören der Phantasie (und auch dieser nicht allein, sonderneinem komplexen, nicht analysierbaren Geisteszustande». Es gibtdivinatorische Naturen, die auf jenen, zwar materiellen, dochaller Kalkulation sich entziehenden Gebieten die Entwicklungkommender Jahrzehnte, ihre Bedürfnisse und ihre Behelfe über-schauen. Ohne Nachdenken, aus einer Geistesverfassung, diedas Bestehende und Werdende in einem zweiten, abgebildetenSchöpfungsvorgang nachschafft, erblicken sie den Zustand desVerkehrs, der Produktion, des Austausches, so wie ihn dieinneren Gesetze bestimmen und ändern, und wählen unbewußtnach dieser Vision ihr Arteil und ihre Pläne" ^°).
Das trifft ungefähr mit dem zusammen, was uns FriedrichGentz (in einem Briefe an Adam Müller ) von den Nothschildsberichtet: „Sie sind gemeine, unwissende Juden von gutem,äußeren Anstand, in ihrem Handwerk bloße Naturalisten, ohneirgendeine Ahnung eines höheren Zusammenhanges der Dinge,aber mit bewundernswürdigem Instinkte begabt, der sie immerdas Rechte und zwischen zwei Rechten immer das Beste wählenheißt- Ihr ungeheurer Reichtum ist durchaus das Werk diesesInstinkts, welchen die Menge Glück zu nennen pflegt. Dietiefsinnigen Raisonnements von Baring . . . flößen mir, seit-dem ich das alles in der Nähe gesehen habe, weniger Ver-