254 Erster Abschnitt: Die biologischen Grundlagen
Charakters, der Phantasie usw.). Im weiteren Sinne gebrauchenwir das Wort „Anlage" ununterschiedlich sür gute oder schlechteAnlagen, im engeren Sinne denken wir an „die vererbte Fähig-keit zu leichteren, schnelleren und zweckmäßigeren Funktionenvsycho-physischer, besonders geistiger Art".
Ich sage: daß alle Erscheinungsformen des kapitalistischen Geistes, also der Seelenverfassung des Bourgeois auf ererbten„Anlagen" beruhen, kann nicht in Zweifel gezogen werdenDas gilt gleichermaßen von den triebhaften Wollungen wievon der „instinktmäßigen" Begabung, von den bürgerlichenTugenden wie von den Fertigkeiten: zu dem allen müssen wirals Untergrund eine seelische „Disposition" denken, wobei esunentschieden (weil für die hier angestellten Betrachtungen be-deutungslos) bleiben kann, ob und inwieweit und in welcherArt diesen seelischen „Dispositionen" körperliche (somatische)Eigenarten entsprechen.
Gleichgültig für die hier erörterte Frage ist es auch, wiediese „Dispositionen" in den Menschen gelangt sind; ob undwann und wie sie „erworben" sind: es genügt, daß sie in demdurchaus schon in das volle Licht der Geschichte fallenden Zeitpunkte,in dem der kapitalistische Geist geboren wird, dem Menscheninnewohnten. Wichtig ist nun, festzuhalten, daß sie in diesemZeitpunkte ihm „im Blute" staken, das heißt vererbbar ge-worden waren. Das gilt insbesondere auch von der Veranlagungzu „instinktmäßig" richtigen und treffenden Handlungen. Dennwenn wir unter Instinkten auch aufgesammelte Erfahrungen, dieim Unterbewußtsein leben, verstehen, „automatisch gewordeneWillens- und Triebhandlungen vieler Generationen" (W und t),so ist das Entscheidende doch auch bei ihrer Betätigung, daß sieauf bestimmte vererbte und vererbbare „Anlagen" zurückzuführensind, daß also gerade sie nicht ohne eine Verankerung im Blutegedacht werden können. Ganz gleich, ob es sich um primäre