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Dritter AbschnittDie sozialen Umstände
Dreiundzwanzigstes Kapitel: Der Staat
Ä5enn ich in diesem und in den folgenden Kapiteln versuchenwill, die äußeren (sozialen) Amstände aufzuweisen, die einen be-stimmenden Einfluß auf den geistigen Entwicklungsgang desmodernen Wirtschaftsmenschen ausgeübt haben, so kann das nurden Sinn haben, daß ich auf der einen Seite einen möglichstvollständigen Äb erblick über die überhaupt in Betrachtkommenden Arsachenkomplexe gebe, auf der anderen Seite einigewenige, mir besonders wichtig dünkende Punkte unterstärkeres Licht setze, damit sie sich dem Auge des Lesers bessereinprägen. Mehr darstellen, hieße eine Wirtschaftsgeschichte, jaeine Kulturgeschichte, ja eine allgemeine Geschichte des letztenhalben Jahrtausends schreiben: denn welcher Teil dieser Ge-schichte stände mit dem Problem, das uns beschäftigt, nicht ineinem mehr oder weniger engen Zusammenhange?
Wenn ich als ersten solcher Arsachenkomplexe den Staat be-handle, so geschieht es nicht nur wegen der zweifellos großenBedeutung, die seine Entwicklung selbst für die Ausbildung deskapitalistischen Geistes namentlich in der Epoche des Frühkapi-talismus hat, sondern auch deshalb: weil er, gleichsam wie eineSchale die Kerne einer Frucht, so eine große Reihe andererArsachenkomplexe in sich schließt.
Ich will zeigen, wodurch der Staat den kapitalistischen Geistgefördert hat. Zuvor aber will ich nicht unerwähnt lassen, daßer für dessen Entwicklung in mancher Äinsicht auch eine Hemmungbedeutet hat.
Es wird nicht in Zweifel gezogen werden dürfen, daß ein über-