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Dritter Abschnitt: Die sozialen Amstände
das sie zweitausend Jahre lang dazu verdammte, ohne kriegerischeBetätigung zu leben, wodurch alle kriegerischen Naturen all-mählich aus dem Volkskörper ausgemerzt wurden.
Auf einen anderen Zusammenhang zwischen dem Heerwesenund der Entwicklung des kapitalistischen Geistes habe ich schonfrüher an anderen Stellen^'') hingewiesen: ich meine die För-derung, die die Disziplin einerseits, die organisatori-schen Fähigkeiten andererseits durch die Ausbildung desmodernen Äeereskörpers erfahren haben.
Wenn wir die spezifisch militärischen Tugenden uns ansehen,wie sie seit dem 17. Jahrhundert gefordert wurden, so bemerkenwir sehr bald, daß es im wesentlichen dieselben sind, die wirals kapitalistische Tugenden kennen gelernt haben. And wennwir bedenken, daß die modernen Äeeresorganisationen lange vorden großen kapitalistischen Unternehmungen ins Leben traten, sowerden wir nicht umhin können, auch hier einen Einfluß aufdie Entwicklungen bestimmter Seiten des kapitalistischen Geistesanzunehmen. Es ist deshalb aber auch kein Zufall, daß die-jenigen Seiten dieses Geistes, die einem guten militärischen Drillihr Dasein verdanken, am stärksten entwickelt sind bei Völkern,deren Äeeresorganisation eine besonders glänzende ist, also vorallem in Deutschland. Äeute, da die kapitalistischen Unter-nehmungen immer mehr an Ausdehnung gewinnen und immermehr die Natur von riesigen Truppenaufgeboten annehmen,kommen begreiflicherweise diese besonderen Begabungen undÄbungen erst recht zur Geltung, Äeute sehen unbefangeneAusländer die Überlegenheit der deutschen Unternehmer in dieserBeziehung sehr deutlich, und wir hören auch, daß diese Über-legenheit von guten Beobachtern auf den militärischen Drillzurückgeführt wird. So äußert ein urteilsfähiger Eng-länder seine Meinung über diese Zusammenhänge mit folgen-den Worten: