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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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Dritter Abschnitt: Die sozialen Umstände

2. das Finanzwesen, das für die Herausbildung deskapitalistischen Geistes ebenfalls in Betracht kommt.

Zunächst eben wiederum durch die Begünstigung, die es demIudenvolke zuteil werden ließ, dessen Spitzen als wichtige undeinflußreiche Finanzmänner sich dem modernen Fürsten un-entbehrlich zu machen wußten, und das damit als Ganzes zugrößerer Macht gelangte. Alles aber das müssen wir einfür allemal festhalten was geeignet ist, die Juden hoch-zubringen, ihren Wirkungskreis zu erweitern, ihren Einfluß aufdas Wirtschaftsleben zu steigern, bedeutet eine starke Förderungdes kapitalistischen Geistes, und zwar immer in seiner Entwick-lung zu den hochkapitalistischen Formen, die, wie wir wissen, demjüdischen Wesen am ehesten entsprachen. Diese Förderungwurde herbeigeführt: 1. durch die rein äußerliche Vermehrungder jüdischen Anternehmer; 2. durch die Beeinflussung der christ-lichen Unternehmer durch jüdischen Geist; 3. durch die Ver-breitung also dieses Geistes über immer größere Gebiete desWirtschaftslebens; 4. durch die dadurch wiederum bewirkteAuslese der dem neuen Geschäftsgebaren angepaßten Varianten:dadurch wieder Verbreitung, Verbreiterung, Vertiefung. Es istimmer derselbe Prozeß, den wir an verschiedenen Stellen be-obachten.

Aber das Finanzwesen der modernen Staaten hat auch aufandere Weise dazu beigetragen, daß der kapitalistische Geist sichentwickelte: namentlich in seinen Anfängen ist dieser zweifellosdurch die Ausbildung der Finanzorganisation selber wesentlichgefördert worden. Äier haben die in modernem Geiste geführtenFinanzwirtschaften der italienischen Freistaaten schon das ihrigebeigetragen. Wir verdanken den fleißigen Studien unsererItalianisten wie Sieveking und anderen die Einsicht, daßbeispielsweise die kaufmännische Buchführung ihre erste Aus-bildung erfahren hat in der Finanzverwaltung einer Stadt wie