Vierundzwanzigstes Kapitel: Die Wanderungen
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And zwar waren es gerade die reicheren Hugenotten, die sich nachEngland begaben 2°°).
Die fremden Einwanderer betätigten nun ihren Unternehmungs-geist auf den verschiedensten Gebieten des Handels und der Industrie,für die sie vielfach bahnbrechend geworden sind. Hauptsächlich vonihnen eingebürgert wurden: die Seidenindustrie, die Schleier- undBattistwcberei, die Teppichweberei, die Hutfabrikation: früher wurdenHüte aus Flandern bezogen, Nefugie's begründen eine Manufakturfür Filz- und tniummeä kats unter 5 und 6 Hcl. VI. 1; die Papier-fabrikation: die Erzeugung von Luxuspapier 1598 durch einenDeutschen, Spillmann, eingeführt; nach einem Gedichte von ThomasChurchyard beschäftigt er 600 Personen; die Glasindustrie: 8. 9. LI.Privileg an Anthony Been und John Care <Niederländer) für21 Jahre zur Errichtung von Glashütten , „um Glas nach Art desfranzösischen, burgundischen und holländischen zu machen", 1670 er-richten Venetianer eine große Spiegclglasfabrik; die Eisendraht-fabrikation: 1662 durch Kolländer eingeführt; die Färberei: 1577zeigt der Portugiese Pero Vaz Devora den englischen Färbern dieIndigofärberei, im 17. Jahrhundert führt der Fläme Kepler dieberühmte Scharlachweberei ein, ein anderer Fläme, Bauer, bringt(1667) die Wollfärberei zu hoher Blüte; die Kalikodruckerei: 1690durch einen Franzosen eingeführt; die Cambricfabrikation: im 18. Jahr-hundert durch einen französischen Reformierten in Edinburgh ein-geführt; die ZwnclArci-inäustr^ Englands : die Baumwollindustriewird durch Fremde in Manchester begründet; die Ährenindustrie:Kolländer machen zuerst Pendeluhren, die Outcn clocks heißen;Wasserwerke werden für London von einem Italiener, Genelli, ge-plant; eine Kompagnie deutscher Unternehmer betreibt im 16. Jahr-hundert den Kupfcrbergbau und die Kupfcrindustrie; die SheffielderMesserindustrie wird erst durch Flämen berühmt gemacht, und soweiter in langer Folget).
Wie groß der Einfluß der fremden Einwanderer auf den Gesamt-verlauf der schweizerischen Volkswirtschaft gewesen ist, hat inmeisterhafter Weise schon Traugott Geering in seinem schönenBuche über Handel und Industrie der Stadt Basel (1886) gezeigt,dessen neuntes Kapitel die „Locarner und Hugenotten" behandelt.