Zgg Dritter Abschnitt: Die sozialen Umstände
3. Die Kolonisation der überseeischen Länder, insbesondereder Vereinigten Staaten
Die Völkerbewegungen, die durch die Auswanderung ausEuropa während der letzten zweihundert Jahre bewirkt wordensind, überragen an Größe und Ausdehnung die bisher be-trachteten Massenwanderungen ganz gewaltig. Schon bis zumEnde des 18. Jahrhunderts sind es doch immerhin schon ein paarhunderttausend Menschen, die Europa auf immer verlassen, umin der Neuen Welt ihr Glück zu suchen: die deutsche Aus-Wanderung des 18. Jahrhunderts allein wird von Kapp auf80—100000 geschätzt. Aber der Äauptstrom ergießt sich docherst seit den 1830 er Iahren: von 1820—1870 sind nach deramerikanischen Einwanderungsstatistik im ganzen in die Ver-einigten Staaten eingewandert 7 553 865 Personen. Diese Summeverteilt sich auf die Herkunftsländer in der Weise, daß Groß-britannien und Deutschland zusammen etwa zwei Drittel derGesamtzahl ausmachen (3857850 und 2368483), während imweiten Abstände Frankreich (245812), Schweden und Norwegen (153928) und China (109502) folgen und die übrigen Länderdie Hunderttausend nicht erreichen. In den folgenden Jahr-zehnten hat sich die Einwanderung in die Vereinigten Staaten noch gesteigert: sie betrug von 1871—1900 annähernd 12 Mil-lionen, so daß wir die Zahl der aus Europa während des19. Jahrhunderts nach den Vereinigten Staaten gewandertenPersonen auf rund 20 Millionen veranschlagen können^).
Bekanntlich hat sich während des letzten Menschenalters dievölkische Zusammensetzung der Einwanderermassen von Grundaus verschoben: den Äauptstamm bilden jetzt nicht mehr Groß-britannier und Deutsche, sondern Italiener , Slawen und Juden.Für das hier erörterte Problem kommt diese neue Auswande-rung nicht in Betracht.
Es erübrigt sich nun, hier den Nachweis zu führen, daß der