Fünsundzwanzigstes Kapitel: Die Gold- und Silberfunde 4gZ
die Gemüter aller Abenteuerlustigen in mächtige Erregung ver-versetzten . . .""°).
Aber was ich im Sinne habe, sind nicht eigentlich dieseWirkungen einer Vermehrung des Geldvorrates. Woran ich viel-mehr denke, ist die Tatsache, daß sie — auf Llmwegen — das-jenige erzeugt, was wir eine Kausseperiode erster Ordnungnennen: einen Zustand des Wirtschaftslebens also, wie er erst-malig die europäische Menschheit gegen Ende des 17. und amAnfange des 18. Jahrhunderts heimgesucht hat, wie er dannsich öfters wiederholt hat, namentlich um die Mitte und gegenEnde des 19. Jahrhunderts.
Ich habe von den Wirkungen jener ersten großen Äausse-oder Spekulations- oder Gründerzeit im ersten Buche diesesWerkes eine Schilderung zu geben versucht, habe vor allem zuzeigen unternommen, wie damals eine ganz neue Form deskapitalistischen Geistes: der Spekulationsgeist, in die Erscheinungtrat, der seitdem einen notwendigen Bestandteil dieses Geistesausmacht. Hier möchte ich den Nachweis zu führen versuchen,daß jene erste Spekulations- und Gründungsmaniein unmittelbarer Folge einer raschen und starkenVermehrung der Geldvorräte in den beiden haupt-sächlich beteiligten Ländern: Frankreich und Eng-land aufgetreten ist.
Frankreich zog während des 17. (und 18.) Jahrhundertsgroße Massen Bargeld in das Land im wesentlichen auf dem Wegeseines auswärtigen Handels. Wir besitzen für das 17. Jahrhundertkeine genaue Statistik des französischen Außenhandels, können aberaus einigen Ziffern deutlich genug erkennen, um welche beträchtlichenSummen es sich gehandelt haben muß. In dem Jahrfünft 1716bis 1720, das also die Zeit des Kauptgründungsschwindels ist, be-trug der Überschuß der Ausfuhr über die Einfuhr im Jahresdurch-schnitt 30 Millionen Franken^). Die größte Menge Bargeldbrachte der spanisch-amerikanische Handel ins Land. Er war stark