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Dritter Abschnitt: Die sozialen Umstände
Wir haben jetzt die Fäden bloßgelegt, die zwischen derEntwicklung des kapitalistischen Geistes und den Gold- undSilberfunden hin und her laufen. Ich habe nur für diesen einen— allerdings wichtigsten — Fall den ziffernmäßigen Nachweis zuführen versucht für die engen Zusammenhänge, die zwischen denbeiden Erscheinungen bestehen. Ein gleicher Nachweis läßt sicherbringen für die Tatsache, daß der Anternehmungsgeist, derdie deutsche Geschäftswelt um die Mitte des 16. Jahrhundertsbeseelt, aus Schwaz und Ioachimsthal gespeist wurde, daß dasGründungsfieber der 1850 er Jahre in Kalifornien seinen Ent-stehungsherd hatte, usw. Aber das würde eine unnütze Häufunggleichartiger Zahlenreihen sein. And gerade für den vor-liegenden Zweck genügt die Einsicht in die tieferen Arsachen derersten großen Spekulationsperiode vollkommen, weil ja in ihr,wie wir sahen, diese besondere Seite des kapitalistischen Geistes,die Spekulationswut, zum erstenmal im großen Stile in dieErscheinung trat.
Ich muß noch ein Wort zur Erklärung sagen, weshalb ichzuerst in diesem Kapitel von der Vermehrung der Geldbeträgeund erst am Schluß von den Gold- und Silberfunden gesprochenhabe, von denen laut seiner Überschrift dieses Kapitel handelnsollte. Deshalb, weil in den Geldmengen sich die Einwirkungder Edelmetallfunde geltend macht: sie sind das Medium, wo-durch diese ihren Einfluß auf das Wirtschaftsleben ausüben.Nun muß freilich zugegeben werden, daß nicht jede Ver-mehrung der Geldmengen, soweit sie sich als Geldbesitz äußert,auf eine Steigerung der Edelmetallproduktion zurückzugehenbraucht: sie kann auf einer bloßen Verschiebung der Vermögenberuhen. Aber eine wirklich beträchtliche Vergrößerung derprivaten Vermögen ist — wenigstens in den frühen Zeiten derkapitalistischen Entwicklung, die uns in diesem Augenblicke alleinangehen — doch immer nur erfolgt, wenn gleichzeitig die Ge-