Druckschrift 
Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
Seite
411
Einzelbild herunterladen
 

Fünfundzwanzigstes Kapitel: Die Gold- und Silberfunde 411

samtmenge des zur Verfügung stehenden Edelmetalls in einemLande stark angewachsen war. Das konnte wiederum durchÜberführung aus einem Lande in das andere geschehen. Aberauch damit diese Überführung sich mit Nachhaltigkeit vollziehenkonnte, war abermals eine Steigerung der Edelmetallproduktionnotwendig.

Da nun eine solche Steigerung tatsächlich während der Jahr-Hunderte des Frühkapitalismus seit dem 15. bzw. 16. Jahr-hundert erfolgt ist (über die metallene Basis der italienischenWirtschaftsblüte vor dem 15. Jahrhundert wissen wir so gutwie gar nichts: wir können einstweilen nur annehmen, daßes 1. das deutsche Silber, 2. das aus dem oströmischen Reichezurückfließende Gold, 3. afrikanische Goldfunde waren, die hierden kapitalistischen Aufschwung ermöglichten), so hieße es Ver-stecken spielen, wollten wir sie nicht in die Kausalkette beider Aufdeckung der Lirsachen des kapitalistischen Geistes ein-stellen.

Gewiß wiederum (wie bei jeder solchen Arsache, die wirkennen gelernt haben) läßt sich auch von den Gold- und Silber-funden sagen: sie allein genügten nicht, um den modernen Wirt-schaftsmenschen herauszubilden. Nicht nur, daß sie nur aufeine Seite seines Geistes Einfluß ausgeübt haben: Damit sieauch das bloß konnten, mußten viele andere Bedingungen erfülltsein, wie sie in Westeuropa während jener Jahrhunderte erfülltwaren. Wie diese Funde wirken konnten, wenn diese Be-dingungen nicht erfüllt waren, sehen wir an den Folgen, diesie für die Spanier und Portugiesen selbst hatten^).

Aber umgekehrt: auch nachdem alle jene anderen Bedingungenerfüllt waren, damit sich kapitalistischer Geist entfalten konnte:ohne die amerikanischen Silber- und Goldfunde hätte dieserganz gewiß eine andere Entwicklung erfahren, als ihm tatsäch-lich beschieden war. Ohne die zufälligen! Entdeckungen