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Dritter Abschnitt: Die sozialen Amstände
sie einmal eingeführt ist — doch als Bildnerin dieses selbenGeistes im weiteren Verlauf seiner Entwicklung in Rechnung zuziehen sein. Das ist ja immer wieder derselbe Zusammenhang:erst Wirkung und dann Ursache sind alle die Einflüsse, die wirbeim Aufbau des kapitalistischen Geistes am Werke gesehen haben.
Die Wirkungen, die von der Technik ausgehen, können wirin zwei Gruppen gliedern: je nachdem sie unmittelbar odermittelbar die Herausbildung des kapitalistischen Geistes geförderthaben: jene können wir primäre, diese sekundäre Wirkungennennen.
Anmittelbaren Einfluß übt die Technik zunächst dadurch aus,daß sie den Unternehmungsgeist weckt und weitet.
Versetzen wir uns in die Frühzeiten der kapitalistischen Ent-wicklung. Vor dem Jahre 1484, das heißt vor der Erfindungdes nautischen Astrolabs, konnte sich kein Schiff auf dem Ozeanzurechtfinden. Überseeische Expeditionen waren also vorher nichtausführbar. Nun wurden sie es: welche Stärkung mußte dasfür die Unternehmungslust der damaligen Welt bedeuten!
Oder: vor der Erfindung der Wasserhaltungsmaschinen (im16. Jahrhundert) konnten die meisten Bergwerke nicht weiterausgebeutet werden, da man der Wasser nicht Äerr zu werdenvermochte. Als nun die Möglichkeit geboten wurde, alte Berg-werke weiter zu betreiben, neue in beliebiger Tiefe anzulegen:welcher Anreiz wurde dadurch für Leute geschaffen, die gleich-sam nur auf eine günstige Gelegenheit warteten, um sich alskapitalistische Unternehmer zu betätigen I Wir können deutlichverfolgen, wie die Ausstattung der Bergwerke mit Wasser-Haltungsmaschinen im 16. Jahrhundert für viele Geldbesitzer denunmittelbaren Anlaß bietet, sich an der Ausbeutung der Berg-werke wagend zu beteiligen, das heißt also den Bergwerks-betrieb auf eine kapitalistische Basis zu stellen.
Und so geht es nun Schritt vor Schritt weiter im Ablauf