Sechsundzwanzigstes Kapitel: Die Technik
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Es ist hier nicht der Ort, den Gründen nachzugehen, die diemoderne Technik befähigt haben, ihre unerhörten Leistungen zuvollbringen^): es genügt die Erinnerung an diese Leistungenselbst, die jedermann vor Augen hat, um daran die Feststellung zuknüpfen, daß solches Ausströmen von Können ins Unermeß-liche eines der allerbedeutsamsten Förderungsmittel bei der Ent-wicklung des kapitalistischen Geistes werden mußte. Die Grenzen-losigkeit unseres heutigen Anternehmungsdranges ist nur zu be-greifen, wenn man sich die Ausweitung vor Augen führt, diedas technische Vermögen erfahren hat. Die kapitalistischeRaserei eines modernen Anternehmens ist natürlich nur möglich,wenn wirklich technische Wunderwerke zu vollbringen im Bereicheder Möglichkeit liegt. Erst unter dem Zwange der technischenMächte hat der wirtschaftende Mensch dann all die Organi-sationen geschaffen, die zur Bewältigung dieser ungeheuren Auf-gaben nötig waren, und der Drang, diese Aufgaben zu lösen,hat die Feuer in den Seelen unserer großen Unternehmer an-gezündet, die diese und uns mit ihnen verzehren.
And dann noch dieses: zur Wesenheit der modernen Technikgehört ihre große Wandlungsfähigkeit; jeder Tag bringt neueErfindungen und erzeugt damit neue Möglichkeiten und Not-wendigkeiten technischer und wirtschaftlicher Organisation, also auchneue Möglichkeiten und Notwendigkeiten, den Anternehmungsgeistzu entfalten. Man vergegenwärtige sich, welche Unterschiedlich-keiten in der Entwicklung dieses Geistes es bedeuten muß, wennin einem Falle die Technik jahrzehntelang stabil ist und alsoin derselben Fabrik, mit denselben Methoden jahrzehntelanggearbeitet werden kann, im andern Falle aber die Methodenbester Produktion alle paar Jahr von der Technik von Grundauf geändert werden, so daß auch immer neue Organisationengeschaffen werden müssen, um mit den Fortschritten der TechnikSchritt zu halten. Wenn diese Organisationen in einem neuen