Sechsundzwanzigstes Kapitel: Die Technik
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lich der Transporttechnik andrerseits, die ihrerseits dazu bei-getragen haben, daß soviel mehr Menschen ernährt werden, alsoam Leben bleiben konnten.
Diese Bevölkerungsvermehrung unserer Zeit ist nun wiederumin zweifacher Beziehung für die Entwicklung des kapitalistischen Geistes unmittelbar von Bedeutung geworden: durch den Anreizzur Auswanderung, den sie bot, einerseits, durch die Äebungdes Anternehmersinns andrerseits. Äber die erste Wirkung undihre Folgen habe ich im vorigen Kapitel gesprochen. Mit derzweiten Behauptung meine ich folgendes: eine rasche Be-völkerungszunahme bedeutet insofern eine Stärkung des Unter-nehmungsgeistes, als sie die Nötigung zum Erwerb größermacht und dadurch die wirtschaftliche Spannkraft stählt, als siealso die Gefahr für eine wohlhabende Bevölkerung, einem sattenRentnertum zu verfallen, hinausschiebt. Denn es ist klar, daßdie Söhne eines wohlhabenden Mannes ganz anders demErwerbsleben gegenüberstehen, wenn ihrer viele, als wenn siewenige sind. Bei gleichgroßen Vermögen entfällt auf den einenim ersten Fall eine kleinere Menge, und die Nötigung für ihn,selbst wieder durch wirtschaftliche Tätigkeit sich auf dem sozialenNiveau seiner Eltern zu erhalten, wird größer, als wenn diesErbe nur auf einen oder zwei sich verteilt. Durch den stärkerenNachwuchs wird auch schon eine ganz andere Stimmung selbstbei wohlhabenden Eltern ihren Kindern gegenüber erzeugt. Siewerden es vielmehr darauf absehen, ihre Kinder „etwas Tüchtigeslernen zu lassen", als sie in den untätigen Besitz einer Rentezu setzen.
Sofern nun die Bevölkerungsvermehrung ^ freilich nichtaus technischen, sondern biologischen oder sozialen Gründen —in den verschiedenen Ländern eine sehr verschieden große im19. Jahrhundert gewesen ist (Frankreich I England oder Deutsch-land !) und wir einen verschieden hohen Grad der Entwicklung