4Z2 Dritter Abschnitt: Die sozialen Umstände
einzigen Seite her: als Tauschwert. And darin liegt der zweite,positive Grund seiner quantifizierenden Betrachtungsweise: einTauschwert ist eine Größe, und nur diese Größe interessiert denHändler. Er mißt sie in Geld und löscht im Geldausdruckalle Quantitäten endgültig aus. So kann man auch sagen,daß seine Tätigkeit wie später die kapitalistische immer von Geldzu Geld ihn trägt, und daß somit alle seine Erwägungen undBedenkungen mit Notwendigkeit den Geldausdruck zum Mittlerhaben. Deshalb muß er immer rechnen. Freilich: dieses Rechnenist in den Anfängen unendlich primitiv, wie wir selbst nochfür das Hochmittelalter feststellen konnten — aber es ist dochda. And es kann sich hier am ehesten ausbilden.
Geht diese quantifizierende Wirkung auf das Denken vonallem Handel aus, so beobachten wir nun, wie die verschiedenenArten und Formen des Handels in verschiedener, aber immer ineiner dem kapitalistischen Endziel zugewandten Richtung dieSeelenverfassung des Wirtschaftsmenschen beeinflussen.
Aller Handel, der über die Landesgrenzen weit hinaus in dieFremde führt, muß bis zu einem^gewissen Grade die Bedeutunggewinnen, die ich den Wanderungen, das heißt dem Heimat-Wechsel zugeschrieben habe: er erzieht zur rationalen Lebens-betrachtung und Lebensführung, insofern er den Kaufmann zurAnpassung an fremde Sitten und Gewohnheiten, zur richtigenOrts- und Mittelwahl unausgesetzt zwingt. Ein wichtigesMittel zur Rationalisierung des Denkens ist die Vielsprachig-keit, die sich ebenfalls mit Notwendigkeit aus einem internationalenHandel ergibt. Diese Wirkung mußte der Handel schon dannausüben, wenn ein Haus nur einen Stammsitz hatte, aber anvielen Stellen Faktoren unterhielt. Diese selber wurden als-dann nicht nur zu einem rationaleren Wesen erzogen, sondernauch die Prinzipale, die ihnen Anweisungen zu erteilen hattenund von ihnen Berichte empfingen, sie aber, wie wir wissen,