Neunundzwanzigstes Kapitel: Rückblick und Ausblick 461
sittlichen Mächte, namentlich der Religion, die sich die Pflegegerade des friedlichen Bürgers angelegen sein lassen, und nichtzuletzt die Blutmischung, die das Äändlerblut die Äberhandgewinnen läßt. Im ganzen: die simple Tatsache, daß Helden-tum nur bei wenigen ist, und daß eine Institution, die sich zueiner allgemeinen ausbildet, notwendig auf den der Masseeigenen Instinkten und Fähigkeiten sich aufbauen muß.
Die Entwicklung des kapitalistischen Geistes geht nun weiterihren Weg, auf dem wir deutlich zwei Etappen unterscheidenkönnen: bis zum Ende etwa des 18. Jahrhunderts und seitdembis heute. In jener ersten Epoche, die das Zeitalter des Früh-kapitalismus umfaßt, trägt der kapitalistische Geist einen wesent-lich gebundenen, in der zweiten einen wesentlich freien Charakter.Gebunden wurde er durch Sitte und Sittlichkeit, wie sie vorallem die christlichen Konfessionen lehrten.
In der auf Erzielung von Gewinn ausgerichteten kapitali-stischen Anternehmung liegen immanent ihrem Wesen eingeschlossendie Tendenzen zur Entfaltung eines grenzenlosen und rücksichts-losen Erwerbes. Daß diese Tendenzen zur Entfaltung gekommensind, haben vornehmlich folgende Amstände veranlaßt:
1. die aus den Tiefen des germanisch-romanischen Geistesgeborene Wissenschaft der Natur, die die moderne Technik er-möglicht hat;
2. die aus dem jüdischen Geiste geschaffene Börse. Erst dieVereinigung der modernen Technik mit der modernen Börse gabdie äußeren Formen ab, in denen sich das Anendlichkeitsstrebendes kapitalistischen Erwerbes verwirklichen konnte.
Eine starke Unterstützung fand dieser Emanzipationsprozeß:
3. in dem Einfluß, den seit dem 17. Jahrhundert das Juden-tum auf das europäische Wirtschaftsleben auszuüben beginnt.Dieses drängte seiner Veranlagung nach auf schrankenlose undgrenzenlose Betätigung des Erwerbsstrebens und wurde bei