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Schluß
und Unternehmungen auch in die Fremde: hier erschließen sichihnen ungeahnt reiche Läger an Edelmetallen, die ihren Unter-nehmungsgeist und ihren Golddurst von neuem beleben; hierentstehen Kolonien, die abermals Pflanzstätten kapitalistischenGeistes werden.
War der Unternehmungsgeist zunächst bei den Herren vorallem rege gewesen, und hatte er dadurch eine gewaltsameFärbung angenommen, so verbreitet sich mit der Zeit in denbreiteren Volksschichten das Bestreben, auf eine andere Weisedurch wirtschaftliche Unternehmungen zu Gelde zu gelangen:ohne Anwendung von Gewalt auf dem friedlichen Wege desVerHandelns. And es erwächst die Einsicht, daß bei diesemUnterfangen wesentliche Dienste die Betätigung eines haus-hälterischen Geistes zu leisten vermöge, eines Geistes, der spartund rechnet.
Kam dieses bürgerliche Händlertum, das mittels der gekenn-zeichneten friedlichen Methode sich durchzusetzen versuchte, mitder Zeit bei allen Völkern allmählich zur Geltung, so warenes einige Volksstämme, in denen es von Anbeginn an der all-gemeine Geist zu rascher und ausschließlicher Entwicklungbrachte. Diese Volksstämme sind die Etrusker, die Friesen unddie Juden, deren Einfluß an Bedeutung zunimmt, je mehr sichdie Seelenstruktur des kapitalistischen Unternehmers in derRichtung des bürgerlichen Händlers wandelt.
Gehen in den Anfängen der Entwicklung die verschiedenenStröme nebeneinander her, so vereinigen sie sich im weiterenVerlaufe: in dem kapitalistischen Unternehmer fließen der Held,der Händler und der Bürger zusammen. Der Strom nimmtaber, je weiter er zu Tale geht, immer mehr die Farbe desbürgerlichen Händlers an, das Heldenhafte verschwindet immermehr. Hierzu haben eine Reihe von Ursachen beigetragen; imeinzelnen: die Entwicklung des Berufsheeres; die Autorität der