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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
Seite
XXXIII
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Geleitwort.

XXXIII

Entstehung der subjektiven Voraussetzungen der kapitalistischen Organisation, nach ihrer mehr socialen Seite (Entstehung desKapitals) sowie nach ihrer mehr psychologischen Seite hin (Genesisdes kapitalistischen Geistes) geschildert. (Zweiter und dritterAbschnitt in dem zweiten Buche des ersten Bandes.)Von hier ab tritt eine Teilung des Stoffes ein.

Es wird von nun ab in genetischer Betrachtung nur noch dasEmporkommen des gewerblichen Kapitalismus verfolgt,vornehmlich während des letzten Menschenalters. (Vi e r t e r bissiebenter Abschnitt des genannten Buches.)

Diese Bevorzugung eines bestimmten Wirtschaftsgebietes (dergewerblichen Produktion) beruht ausschliefslich auf Erwägungenmethodologischer Natur: sie soll eine zweckmäfsigere Anordnungdes Stoffes ermöglichen.

Indem wir nämlich eine Seite der wirtschaftlichen Entwicklungzunächst für sich verfolgen, gewinnen wir einen festen Orientierungs-punkt, von dem aus wir besser die gesetzmäfsige Umgestaltung desgesamten Wirtschaftslebens zu erkennen vermögen. Es wird da-durch möglich, Schritt für Schritt den begründeten Nachweis zuführen, durch welche Mittel es dem Kapitalismus gelingt, sich derSphäre gewerblicher Produktion zu bemächtigen: indem er näm-lich zu diesem Behufe das gesamte Wirtschaftsleben auf eine neueBasis stellt (Erstes Buch des zweiten Bandes) und sodannalle übrigen Gebiete des Wirtschaftslebens seinen Zwecken ent-sprechend umgestaltet (Zweites Buch des zweiten Bandes),um endlich, nachdem er solcherweise die Bedingungen seinesSieges geschaffen hat, in einer geschickten Kriegsführung diesenselbst zu erringen (Drittes Buch des zweiten Bandes).

Indem in der angedeuteten Weise der zweite Band also zu-nächst nur eine Theorie der gewerblichen Entwicklungbringt, enthält er, wie ersichtlich, doch als Ergebnis eine Gesamt-darstellung der kapitalistischen Siegeslaufbahn. Notabene: soweitdiese in einer geraden Richtung verläuft. Es wurde schon bemerkt,dafs bestimmte Erscheinungskomplexe des modernen Wirtschafts-lebens durch eine Betrachtung unter dem Gesichtspunkt gleich-förmiger Entwicklung, wie sie den beiden ersten Bänden diesesWerkes zu Grunde liegt, in ihrem Wesen nicht völlig erschöpftwerden: namentlich nicht gewisse Seiten der agrarischen Pro-duktion. Es wäre, wie auch schon hervorgehoben wurde, falsch zusagen: das Agrarwesen überhaupt. Denn wie sehr dieses in ent-scheidenden Punkten in die kapitalistische Gesamtentwicklung hin-

So mb Art, Der moderne Kapitalismus. I. III