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Einleitung. Die Organisation der wirtschaftlichen Arbeit.
trieb zu einem sichern Besitzstände unserer Wissen-schaft zu machen, da ich ihr, wie sich im Folgenden zeigenwird, eine grofse Bedeutung für die richtige Beurteilung des Wirt-schaftslebens beimesse.
Die Notwendigkeit unserer Neuerung wird durch die schlichteThatsache begründet, dafs sich Wirtschaftsformen und Betriebsformenhistorisch thatsächlich als etwas Wesensverschiedenes trennen lassenund dafs allein ihre begriffliche Trennung in entscheidenden Punktenein richtiges wissenschaftliches Urteil ermöglicht. Einige Andeutungenwerden es schon jetzt 1 evident erscheinen lassen, dafs Wirt-schaft und Betrieb sich keineswegs decken, vielmehr in verschieden-artiger Kombination zu einander in ein Verhältnis treten können.In einer und derselben Wirtschaftsform können die verschiedenstenBetriebsformen zur Anwendung gelangen und sind zur Anwendunggelangt: die Hauswirtschaft hat Klein- und Grofsbetrieb umschlossen(man erinnere sich der Oikenwirtschaften im Altertum und Mittel-alter!); das Handwerk nicht minder (Baugewerbe!); und ebensobedient sich die kapitalistische Unternehmung abwechselnd für ihreZwecke des Kleinbetriebes, wie des Grofsbetriebes, des letzterenbald als Manufaktur, bald als Fabrik. Womit denn auch schonausgesprochen ist, dafs eine und dieselbe Betriebsform den ver-schiedensten Wirtschaftsformen angehören: beispielsweise die Fabrikals eine Form des Grofsbetriebes ebenso gut in der erweiterten Eigen-wirtschaft, wie in der kapitalistischen Unternehmung, wie in der Ge-meinwirtschaft ihren Platz finden kann. Mit andern Worten: eskönnen verschiedene Zwecke (wie sie den Wirtschaftsformen zuGrunde liegen) mit den gleichen Mitteln (einer und derselben Be-triebsform) verwirklicht werden; und verschiedene Mittel könnendemselben Zwecke dienen.
Recht greifbar wird der Unterschied zwischen Wirtschaft undBetrieb, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie häufig Wirtschafts-einheit und Betriebseinheit ungleiche Gröfsen sind, so dafs EineWirtschaft mehrere Betriebe einschliefsen 2 , Ein Beti’ieb mehrerenWirtschaften angehören kann. Dafür mögen folgende Beispielesprechen: