3G Einleitung. Die Organisation der wirtschaftlichen Arbeit.
höher und potenter als im kleinen. Sodann ist ein jedem Individual-betrieb, dem „grofsen“ wie dem „mittleren“ gemeinsames Merkmal,das ihn ebenfalls von jeder gesellschaftlichen Betriebsgestaltungunterscheidet, dieses: dafs er kein organisches Ganzes, sondernimmer nur ein Aggregat darstellt: also beliebig vergröfsert undverkleinert werden kann. Ein Malereigeschäft, um bei diesem Bei-spiel zu bleiben, kann heute 30, morgen 300, übermorgen 200 undam nächsten Tage wieder 20 Gehilfen beschäftigen, ohne irgendwelche Betriebsumgestaltung erforderlich zu machen. Man kanneinen Individualbetrieb im grofsen zerschneiden wie eine Wurst,während es das eigentümliche Charakteristikum jedes, auch nochso kleinen gesellschaftlichen Betriebes ist, dafs er stets nur ineinem ganz bestimmten Gröfsenverhältnis erweitert oder verkleinertwerden kann. Wie wichtig dieses Moment ist, wird noch ersichtlichwerden, wenn wir jetzt die gesellschaftlichen Betriebe näher kennenlernen, unter denen uns zunächst diejenige Betriebsgestaltung ent-gegentritt, die als
6. gesellschaftlicher Betrieb im Meinen
bezeichnet werden sollte. Wer die Betriebsformen lediglich nachder Gröfse unterscheidet, insbesondere nach der Zahl der ineinem Betriebe beschäftigten Personen, kann diese Betriebsformvon der des erweiterten Gehilfenbetriebes (Nr. 4) nicht trennen.Beide haben das gemeinsame Merkmal „mittlerer Gröfse“, d. h. siegehören beide etwa den von der Statistik aufgebrachten Gröfsen-kategorieen der Betriebe mit ca. 6—10 und 11—20 Personen an,sind beides also sog. „Mittelbetriebe“. Und doch wäre das einstümperhafter Betriebssystematiker, der den erweiterten Gehilfen-betrieb eines Schneidermeisters alten Stils, in dem sage 15 Gehilfenthätig sind, nicht als ein Wesensverschiedenes dem Betriebe einerZwischenmeisterwerkstatt in der Konfektionsindustrie mit genau dergleichen Anzahl von Hilfskräften gegenüberstellen wollte. Dort,das ist das Charakteristische, hat der Arbeitsprozefs kaum erheb-liche Änderungen erfahren, verglichen mit dem Arbeitsprozefs inder kleinen Meister- und Gesellenwerkstatt, hier dagegen ist er aufeine vollständig neue Basis gestellt. Der Gesamtproduktionsprozefsist in seine einzelnen Bestandteile aufgelöst, die von je einer Arbeits-kraft vertreten werden und ihre Einheit nicht mehr in der schöpfe-rischen Individualität der Einzelpersönlichkeit, sondern nur noch indem Organismus des Gesamtarbeiters linden. Die Differenzierungixnd Integrierung zu einem neuen Gebilde — das wesentlicheMerkmal des gesellschaftlichen Betriebes —, die sowohl durch Zer-