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Einleitung. Die Organisation der wirtschaftlichen Arbeit.
gesellschaftliche Betrieb recht eigentlich erst in seiner Vollendung,für die nun in dem Ausmafs seiner einzelnen Organglieder keinerleiSchranken mehr bestehen.
Die erste der beiden Formen solcher gesellschaftlichen Grofs-betriebe haben wir
7. Manufaktur
genannt.
Ich verstehe darunter denjenigen gesellschaftlichen Grofsbetrieb,in dem wesentliche Teile des Produktionsprozesses durch Handarbeitausgeführt werden 1 .
Zum Wesen der Manufaktur gehört also:
1. das Moment der Gröfse. Es läge an sich kein sprachlichesHindernis vor, auch die gesellschaftlichen Betriebe im kleinenin Manufaktur und Fabrik zu sondern. Aus sprachlich-historischen Gründen wird jedoch die Bezeichnung auf Grofs-betriebe beschränkt, d. h. also solche Betriebe, in denen dieFunktion der Leitung bereits specialisiert ist.
2. das Moment der Gesellschaftlichkeit des Betriebes.Damit unterscheiden wir die Manufaktur von den Individual-betrieben im grofsen.
3. das Moment des handarbeitenden Verfahrens in ent-scheidenden Partien des Produktionsprozesses. Damit sondernwir die Manufaktur von der Fabrik.
Dafs im einzelnen auch bei dieser Betriebsform wieder Zweifelder Rubrizierung entstehen können, ist gewifs; principiell sind dieunterscheidenden Merkmale klar und in der Mehrzahl der Fällewird die Zugehörigkeit eines Betriebes zur Kategorie der Manufak-turen auch sich leicht feststellen lassen.
Durch die Abschnitte bei Marx, die von der Manufakturhandeln, ist es üblich geworden, in dieser Betriebsart eine Uber-gangsform zu erblicken, die eine Stufe unvollkommener Ent-wicklung der Individualbetriebe auf dem Wege zur vollständigenVergesellschaftung in der Fabrik darstelle. In diesem Sinnesprächen wir dann von einer „Manufakturperiode“, die die Industrieetwa von 1650 bis 1750 durchlaufen haben soll, als schon gesell-
1 Die Bezeichnung „Manufaktur“ glaube ich beibehaltenzu sollen, dasie bis zu einem gewissen Grade sich Bürgerrecht in unserer Wissenschafterworben hat und doch wohl auch in der Mehrzahl der Fälle in dem imText angegebenen Sinne gebraucht wird. Einen Überblick über die Schicksale,die die Bezeichnung „Manufaktur“ in den verschiedenen Zeiten und bei denverschiedenen Völkern erfahren hat, findet der Leser in meiner GewerblichenArbeit S. 353—358.