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Einleitung. Die Organisation der wirtschaftlichen Arbeit.
Materials im grofsen bedürfen. Und nun öffnet sich nach 12- oder14stündigem Brand der Ofen.
„Wird’s auch schön zu Tage kommen,
Dafs es Fleifs und Kunst vergilt?“
Ist das Stück gelungen in diesem so durchaus gesellschaftlichbetriebenen Teil der Produktion, in dem jede individuelle Macht-vollkommenheit verschwindet, so wandert es nun wieder in dieHände des Einzelarbeiters zurück, um mit Farben geschmückt zuwerden. Ist es ein einfach Gebilde, so werden es halbreife Arbeits-kräfte sein, die ihre Abziehbilder auf die Tassen und Teller ab-klatschen; ist es eine jener kunstvollen Vasen oder jener Schalen,Teller, Nippes, mit denen wir unser Heim schmücken, so mufs dieKünstlerhand wiederum dem Stück sein individuelles Gepräge ver-leihen. Eine eigenartige Begabung giebt hier die Farbe, eineandere hatte die Form gegeben: beide in voller Entfaltung ihrerkünstlerischen Individualität. Dann kommt das Glasieren und nochmancherlei Verrichtung, die sämtlich abermals auf gesellschaftlicherOrganisation beruhen.
Ganz ebenso eine Verschlingung individualer und gesellschaft-licher Produktion stellt der zweite Typus der Manufaktur dar, denich dem Leser anschaulich machen möchte: die Kunstmöbel-manufaktur und zwar schon in ihrer einfachsten Gestaltung, inder wir sie betrachten wollen, schon als Holzmöbelmanufaktur. ImProzefs der Kunstmöbelherstellung lassen sich drei Hauptteileunterscheiden, die wir als Holzbearbeitung, Montage und Verzierungbezeichnen können. Von ihnen ist der erste Teilprozefs, der abernicht notwendig nur in einen Zeitpunkt der Produktion zu fallenbraucht, sondern sich meistens sogar über die ganze Produktionszeitverteilt, sich also mit den beiden andern zum Teil kreuzt, durchausder individualen Arbeit entzogen und auf gesellschaftliche Basis ge-stellt; die beiden anderen dagegen sind, wo es sich thatsächlich umdie Erzeugung kunstvoller Möbel handelt, Domänen persönlichenWirkens geblieben. Verfolgen wir den Rohstoff in den ver-schiedenen Stadien seiner Bearbeitung, so sehen wir die rohenStämme zunächst in die Horizontalgatter eintreten, die sie als Bretterwieder verlassen. Diese Bretter erhalten nun, je nach ihrer Be-stimmung, in dem Maschinenraum weiter ihre Bearbeitung: anBand- und Kreissäge; Abricht- und Dickehobel. So zubereitetnimmt sie der einzelne Tischler, um sie nun zu dem individualenWerke, dem Stuhl, dem Buffet, dem Schrank etc. zusammenzusetzen.Oft in mühevoller, wochenlanger Arbeit, die der einzelne stets dem-