48 Einleitung. Die Organisation der wirtschaftlichen Arbeit.
schlechthin gleichzusetzen b Es genügt, auf die aufserordentlichwichtige Kategorie aller sog. chemischen Fabriken i. e. S., fernerder Brennereien, Brauereien u. s. w. hinzuweisen, um die Be-stimmung des Begriffes der Fabrik ausschliefslich mit Hilfe desMaschinenprincips als verfehlt zu kennzeichnen.
3. Auf das richtige Kriterium der Fabrik werden wir geführt,sobald wir nach dem aller entwickelten Maschinerie und allerchemischen Industrie im weiteren Sinne gleichermafsen zu Grundeliegenden Principe fragen. Dieses ist unzweifelhaft das des auto-matischen Produktionsprozesses. Haben wir die Idee derVergesellschaftung des Produktionsprozesses überhaupt in derEmancipation von der Beschränktheit des individuellen Arbeiterserblickt, so liegt diejenige der Fabrik im besonderen in der Emanci-pation von der mitwirkenden, gestaltenden Anteilnahme des Arbeitersan der Produktion überhaupt. Objektivierung des Produktions-prozesses, seine völlige Loslösung von dem lebendigen Menschen, seineÜbertragung auf ein System lebloser Körper, die durch Mitteilungeiner künstlich erzeugten Kraft gleichsam mit Leben erfüllt werden,Schöpfung eines selbständig wirkenden, an die Stelle des Menschentretenden Mechanismus: das ist es offenbar, was uns vorschwebt, wennwir von einer „Fabrik“ sprechen 1 2 * , oder was wir doch wenigstens uns
1 Diese oft sicher unbewufste Identifizierung verführt Marx zu gelegent-lich recht falschen Verallgemeinerungen. So z. B. in seiner Charakteristikdes Wesens moderner Maschinerie, die seiner Meinung nach (wie in der Baum-wollspinnerei) überall „aus drei wesentlich verschiedenen Teilen, der Be-wegungsmaschine, dem Transmissionsmechanismus, endlich der Werkzeug-oder Arbeitsmaschine“ bestehen soll (Kapital I 4 , 336 ff.), wobei Marxwiederum U r e (Philosophy of Manufactures 3. ed. 1861 p. 27) strictissime folgt.Über das Irrtümliche dieser Auffassung verbreitet sich schon eingehend F. Reu-leaux, Theoretische Kinematik (1875) § 129 ff. Oder man vgl. z. B. S. 391,wo er „die materiellen Bedingungen, unter denen die Fabrikarbeit ver-richtet wird“, aufzählt, wie folgt: „Alle Sinnesorgane werden gleiclimäfsigverletzt durch die künstlich gesteigerte Temperatur, die mit Abfallen desKohmaterials geschwängerte Atmosphäre, den betäubenden Lärm u. s. w., ab-gesehen von der Lebensgefahr unter dichtgehäufter Maschinerie.“ Nun denkeman sich etwa versetzt in eine lautlose Mälzerei, in die eisigen Gärkellereiner Brauerei, in eine saubere Buntdruckerei, in eine chemische Fabrik, woüberhaupt keine Maschinerie, geschweige gehäufte ist.
2 „I conceive, that this title, in its strictest sense, involves the idea of
a vast automaton, composed of various mechanical and intellectual organs,
acting in uninterrupted concert for the production of a common object, allof them being subordinated to a self-regulated moving force.“ Ure, 1. c.pag. 13. Als ausgesprochene Typen vollendeter Fabrikhaftigkeit können für