Zweites Kapitel. Betrieb und Betriebsformen.
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gewöhnen sollten, in den Begriff hineinzulegen, da dieser dann erstseine specifisch klare und wertvolle Bedeutung für das System derBetriebsformen erhält. Fabrik wäre demnach: diejenige Form desgesellschaftlichen Grofsbetriebes, in welchem die entscheidendwichtigen Teile des Produktionsprozesses von der formenden Mit-wirkung des Arbeiters unabhängig gemacht, einem selbstthätigwirkenden System lebloser Körper übertragen worden sind. Ihrespecifische Funktion wäre dann die: eine Betriebsform zu sein, inwelcher die durch die Einführung der Maschinerie und des wissen-schaftlich chemischen Verfahrens in die Produktion ermöglichteÜberwindung der qualitativen wie quantitativen Beschränktheit desindividuellen Arbeiters in jeweils höchst vollendeter Weise in dieWirklichkeit übertragen wird. In einem etwas kühnen Bilde ge-sprochen: die Fabrik ist das_Werkzeug des kollektiven Gesamt-arbeiters, mittelst dessen er Kraft, Feinheit, Sicherheit, Schnelligkeitüber die Schranke des Organischen hinaus zu entwickeln vermag.Des Gesamtarbeiters, der in der Fabrik allein noch waltet; denndas ist, negativ ausgedrückt, Charakteristikum der Fabrik, dafs inihr für irgend welche Entfaltung individuell - persönlichen Wirkenskein Raum mehr ist. Deshalb stellt die Fabrik die konsequentesteDurchbildung des Princips gesellschaftlicher Produktion dar, ohnedoch als die höchste Form der Betriebsanordnung überhaupt geltenzu dürfen, die vielmehr, wie wir gesehen haben, in zwei Ge-staltungen zu jeweils höchster Vollendung gelangt: in Fabrik undManufaktur.
die me chanische Industrie die Dampfmühlen, für die chemische Industriedie Petroleumraffinerien angesehen werden.
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