Drittes Kapitel. Wirtsehaftsstufen, Wirtschaftssysteme etc. 53
Darstellung und vor allem der grofsen Vereinfachung, die in ihrdas abgehandelte Problem erfahren hat. Während die Lehren derRodbertus, Marx, Engels, Schmoller, auf denen Bücher in allenwesentlichen Punkten fufst, durch die eigentümliche äufsere Artder Behandlung, die häufig, namentlich bei Marx und Engels, nureine gelegentliche und skizzenhafte ist, und durch die tiefere An-lage der ganzen Systematik an die Denkkraft des Durchschnitts-lesers unverhältnismäfsig hohe Anforderungen stellen, hat Bücherseine Theorie, freilich, wie mir scheint, nicht ohne ihren wissen-schaftlichen Wert stark zu beeinträchtigen, so außerordentlichmundgerecht zu machen gewufst, dafs sie auch dem Verständnisdes Anfängers keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Dieselbe Ein-teilung der Wirtschaftsstufen nämlich, zu denen auch seine Vor-gänger gelangt waren und die er wie folgt charakterisiert:
1. die Stufe der geschlossenen Hauswirtschaft (reineEigenproduktion, tauschlose Wirtschaft);
2. die Stufe der Stadtwirtschaft (Kundenproduktion oderStufe des direkten Austausches);
3. die Stufe der Volkswirtschaft (Warenproduktion, Stufedes Güterumlaufs)
trifft er nach einem scheinbar äufserst plausiblen und jedenfallssehr einfachen Gesichtspunkte: dem der Länge des Weges, welchendie Güter vom Produzenten bis zum Konsumenten zurücklegen.„Wollen wir, heifst es a. a. O. S. 57, diese ganze Entwicklungunter einem Gesichtspunkte begreifen, so kann dies nur ein Ge-sichtspunkt sein, der mitten hineinführt in die wesentlichen Er-scheinungen der Volkswirtschaft, der uns aber auch zugleich dasorganisatorische Moment der früheren Wirtschaftsperioden aufschliefst.Es ist dies kein anderer als das Verhältnis, in welchem die Pro-duktion der Güter zur Konsumtion derselben steht, oder genauer:die Länge des Weges, welchen die Güter vom Produzenten bis zumKonsumenten zurücklegen.“
Während nun, wie ich im Anschlufs an meine eigene Dar-stellung zeigen werde, die Theorien von Rodbertus, Marx-Engels,Schmoller teilweise einseitig, teilweise lückenhaft, teilweise unglück-lich formuliert sind, halte ich die Büchersche Theorie, obwohl siegleichsam die gereinigte Lehre der vorbenannten Männer zu ent-halten scheint, in der von Bücher ihr gegebenen Fassung fürgeradezu falsch, mindestens für aufserordentlich leicht irreführend.Es ist meines Erachtens nicht möglich, das ungeheure komplizierteProblem der Unterschiede verschiedener Wirtschaftsweisen restlos in