(34 Einleitung. Die Organisation der wirtschaftlichen Arbeit.
dem herrschenden Wirtschaftsprincipe? Bis zu einem gewissenGrade, wie gleich sich ergeben wird, in der That. Nur freilichgilt dies mit einer wesentlichen Einschränkung: die Herrschaft desErwerbsprincips setzt stets bestimmte Bestandteile in einer Wirt-schaftsordnung als notwendig voraus, ohne deren Vorhandensein esnicht gedacht werden kann. Es mufs nämlich die Wirtschafts-ordnung jeder Erwerbswirtschaft folgende Elemente enthalten; siemufs ermöglichen:
1. Produktion für den Austausch: Warenproduktion;
2. Produktionsfreiheit nach Ort, Zeit, Art etc. der Produktion.
Letztere dort wenigstens, wo die Erwerbswirtschaft zu reinster
Blüte gelangt. Sie strebt jedenfalls immer eine im Principe frei-wirtschaftliche Ordnung an, wenn auch zugegeben werden mufs,dafs sie oft genug sich mit anders gearteten Wirtschaftsordnungenrecht gut abgefunden hat. Aber auch die Erwerbswirtschaft läfstdoch nach anderer Seite wesentliche Nuancierungen der Wirtschafts-ordnung zu: insbesondere in der rechtlichen Stellung des Arbeiterszum Produktionsleiter. Diese ist in zwei grundverschiedenen Formenmöglich: als Zwangsstellung oder als freie Vertragsstellung. Eskönnen die Organe der Erwerbswirtschaftseinheit Sklaven, Hörigeoder freie Lohnarbeiter sein und sind es gewesen. Die historischbedeutsamen Erscheinungsformen der Erwerbswirtschaft weisensämtliche Möglichkeiten auf: die römische Kaiserzeit war ent-schieden eine Zeit hochentwickelter Erwerbswirtschaft und basiertedie Produktion grofsenteils ebenso auf Unfreien wie die Kolonial-unternehmungen der neuen Zeit. Während wir heute gewohnt sind,die Erwerbswirtschaft im Zustande freier Lohnarbeiterschaft, in derForm der kapitalistischen Verkehrswirtschaft zu denken.
Noch viel indifferenter verhält sich nun aber der Wirtschafts-ordnung gegenüber das Bedarfsdeckungsprincip. Es gestattet aucheine unterschiedliche Gestaltung derjenigen Bestandteile der Wirt-schaftsordnung, welche die produktive Thätigkeit selbst, sowie dieVerwendung der Produkte regeln. Um nun ein Schema zu ge-winnen, in das sich die verschiedenen Typen der Bedarfsdeckungs-wirtschaft übersichtlich einordnen lassen, wähle ich das durchdie Anordnung der Produktionsvorgänge zu dem Verwendungsaktebestimmte Verhältnis des Arbeitsaufwandes zu demjenigen, dem derEffekt der Arbeit zugute kommt und unterscheide danach vierHaupttypen von Wirtschaftssystemen dieser Gruppe, je nachdem essich handelt um: