Fünftes Kapitel. Das Wesen d. handwerksmäfs. Organisat. d. Gewerbes. 1)5
anhaften konnten, durch das Dazwischentreten der Genossenschaftausgetilgt wurden.
Wollte man grofse Abstände zwischen einzelnen Formen desHandwerks konstatieren, so wäre es viel zweckmäfsiger, etwa dasWanderhandwerk vom sefshaften Handwerk zu unter-scheiden, mag es Lohn- oder Kaufwerk sein. Aber ich lege über-haupt auf diese formalen Unterschiede kein so entscheidendes Ge-wicht. Es genügt, zu wissen, dafs es der Formen viele giebt, derensich der Handwerker bedient, um an die Kundschaft heranzukommen,ohne dafs die eine oder andere über sein Wesen oder seine Existenzentschiede. Ich werde im Folgenden eine Übersicht über die be-kannten Formen des Handwerks geben, ehe ich den speciellenNachweis eines für den grofsen Markt arbeitenden Handwerks er-bringe.
Wenn wir die bereits angeführten Arten noch einmal mit auf-zählen, so können wir unterscheiden:
1. Lolinhandwerker und Preis- oder Kaufhandwerkei”
2. Wanderhandwerker und sefshafte Handwerker,erstere, wenn sie gleichzeitig Lohnhandwerker sind, Störer genannt •,
3. Handwerker, die auf Bestellung, und solche, die aufVorrat arbeiten. Nach einer von der oben erwähnten zum Teilabweichenden Terminologie werden erstere wohl auch Lohnhand-werker genannt, die dann den Kram- oder Kramerhandwerkerngegenüber gestellt werden. So beim alten Krünitz (21, 477):Dort sind Lohn- oder Kundenhandwerker „diejenigen Handwerker,welche ihre Arbeit blofs auf Lohn und Bestellung machen, d. i.welche erwarten, bis jemand kommt und eine Arbeit von ihnenverlangt, wie z. B. die „Schneider“, „Kramerhandwerker“, „rich-tiger Kramhandwerker“ oder „kramende Handwerker“, „diejenigenhingegen, welche ihre Arbeit im Vorrat zum Verkauf oder auf denKauf machen und solche hernach auch wirklich entweder nur imHause, oder auf den Wochenmärkten, ja sogar auf den Jahrmärktenund Messen teils im ganzen, teils im einzelnen verkaufen“. Z. B.Schuster, Klempner, Beckenschläger, Nagelschmiede, Schlosser.
4. Handwerker, die für den lokalen Bedarf ihres Dorfesoder ihrer Stadt, und solche, die für den grofsen Markt produ-zieren. Wie schon erwähnt, liegt mir ganz besonders daran, auchfür die letztere Kategorie von Handwerkern Belege beizubringen.Dafs es sich bei den folgenden Ausführungen wie bei dieser ganzenDarstellung nicht um Wirtschaftsgeschichte handelt und deshalb den