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202 Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus .
wenn auch mit dem Hinzufügen „klein“, gekennzeichnet werden.
Äufserlich erscheint er oft mit dem Grofshandwerker identisch.
Die Gröfse ihres Betriebes, die Zahl der von ihnen beschäftigtenPersonen ist oft dieselbe. Trotzdem trennen Welten den klein-kapitalistischen Unternehmer vom Grofshandwerker. Freilich ver-mag man diesen Unterschied nicht zu erfassen, wenn man beideunter die betriebstechnische Kategorie der „Mittelbetriebe“ (dieihnen beide als Schauplatz ihrer Bethätigung dienen) einordnet. p
Die dringliche Notwendigkeit, die von mir eingeführte Unterschei-dung von Wirtschaft und Betrieb zu acceptieren, wird in demvorliegenden Falle auch dem kurzsichtigen Auge deutlich werden.
Man wird sich gewöhnen müssen, die Kategorien der Volkswirt-schaftslehre nicht nach äufserlichen Merkmalen, wie sie bei ober-flächlicher Betrachtung sichtbar werden, zu bilden, sondern nachdem Geiste, der in den ökonomischen Erscheinungen waltet. Alswelches der Grundgedanke dieses Buches ist.
3. Verschiedenheiten nach der Stellung des technischenArbeiters zum Produktionsleiter.
Ein Sachvermögen kann zwei grundsätzlich verschiedene Artenvon Beziehungen mit technischen Arbeitern eingehen: kurzfristige,lockere Liaisons und solide Eheverhältnisse for better and worse. *
Im ersteren Falle ist es noch nicht recht eigentlich Kapital ge-worden, weil noch keine kapitalistische Unternehmung im strengenSinne vorhanden ist. Das Kapital befindet sich im Puppenstand.
Wir wollen der Einfachheit halber uns der kleinen Ungenauigkeitschuldig machen und das mit den technischen Arbeitern nur erstflirtende Sachvermögen auch schon Kapital nennen. Alsdann läfstsich diese erste Art von Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit(abgekürzt statt „technische Arbeit“) bezeichnen als
I. Fälle indirekter Abhängigkeit vom Kapital.
1. Der Kapitalist (meist in Gestalt des Kaufmanns) übt aufden technischen Arbeiter (meist in Gestalt des Handwerkers) nichtsanderes als einen Druck aus. Er nutzt Konstellationen des Marktes 9
zu dem Zwecke aus, um sich Teile des Arbeitsertrages des Hand-werkers anzueignen. Ob solche Fälle in Wirklichkeit vorliegen,wird sich immer sehr schwer entscheiden lassen; das einzige, washier Aufschiufs zu geben vermag, ist der Vergleich zwischen Zeitender „Unabhängigkeit“ und „Abhängigkeit“, des Standard of Lifedes Arbeiters damals und heute.
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