206 Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus.
prästieren mufs, von dem die Bildung einer kapitalistischen Unter-nehmung ausgehen soll, ohne deren Vorhandensein also die kapita-listische Unternehmung noch nicht koncipiert, noch nicht in derIdee vorhanden, geschweige denn realisiert ist. Es werden solcher-art die Bedingungen, die das Wirtschaftssubjekt notwendig erfüllenmufs, füglich als subjektive Voraussetzungen denjenigenBedingungen gegenübergestellt werden dürfen, die behufs Ver-wirklichung der im Plane des Wirtschaftssubjektes vorgezeichneten, *
im Rahmen einer kapitalistischen Unternehmung zu realisierendenZwecke in der Umwelt des Wirtschaftssubjektes erfüllt seinmüssen; wir wollen diese als objektive Bedingungen be-zeichnen.
I. Die subjektiven Voraussetzungen einer kapitalisti-schen Unternehmung können auf Grund der Analyse, der wir denBegriff dieser Wirtschaftsform unterzogen haben, ohne weiteres fest-gestellt werden. Dieweil es sich bei jeder kapitalistischen Unter-nehmung um die Verwertung eines Sachvermögens handelt, so mufsoffenbar dieses in entsprechender Höhe in der Verfügungsgewalteines Wirtschaftssubjektes sich angehäuft haben, ehe auch nur dererste Schritt auf dem Wege einer kapitalistischen Unternehmunggethan werden kann. Ein Sachvermögen „in entsprechender Höhe“: ,
das ist sehr vag ausgedrückt, aber trotzdem mufs diese Umschrei-bung genügen. Wem die Höhe entsprechen mufs, wissen wir ja:den Anforderungen zahlreicher Vertragschliefsungen mit Besitzernvon Waren oder Arbeitskraft, Vertragschliefsungen in solcher Höhe,dafs mit ihrer Abwicklung die Arbeitskraft des Wirtschaftssubjektserschöpft wird und ihm aus der rein disponierenden Thätigkeiteine hinreichende Verwertung seines Vermögens erwächst. JederVersuch, die Mindesthöhe des Sachvermögens zu bestimmen, beiwelcher dieses die Eigenschaft des Kapitals annehmen kann, wiees Marx bekanntlich unternommen hat 1 , ist von vornherein zumScheitern verdammt. Denn es giebt keinerlei feste Anhaltspunktefür eine derartige Mafsbestimmung. Marx hat ganz einseitig aufdie Produktionsunternehmung exemplifiziert und auch für diesedas Problem nicht gelöst: denn dafs es falsch ist, den von den r
Lohnarbeitern einer Unternehmung produzierten Mehrwert zur Basisder Berechnung für den Profit dieser selben Unternehmung zumachen, leuchtet ein und ist nach dem Gesamtsystem von Marxselbst unstatthaft. Es rächt sich hier die viel zu schematische Art,
1 Zu vergleichen Kapital 1 4 , 272 f., 296 mit III n, 139.