Zehntes Kapitel. Die Kapitalbildung durch Vermögensftbertragung. 259
A mon pere fist toute se tere racater;
Puis m’i dona a ferne . . .
Aiol. v. 7065 suiv. 7111 suiv.
Ed.: Sociötds des anciens textes franQ.
Jaques Normaud et Gast. Raynard.
Ygl. auch noch den Chronisten Rigord , Vie de Philippe Auguste, in derCollect, des M£m. rel. 4 l’Hist. de France. 1825. p. 22 (der Voluine trägtkeine Nummer). Davidsohn, Forsch. 3 Nr. 139 (sehr instruktive Urkunde).In der ganzen Troubadourpoesie spielt der von Gläubigem gepeinigte Edel-mann eine grofse Rolle.
In England begegnen wir erst den Juden, dann den Lombarden alsErben der reichen Grofsgrundbesitzer. „The Jews obtained forty percent by.lending money to extravagant or heavily taxed landowners.“ Cunningham,1, 189 ff. 328. 1235 sind der König und die meisten Prälaten Schuldner derLombarden, so dafs der Erzbischof von London diese ausweisen will, was derPapst verbietet. Piton, 216. Vgl. noch Madox , The History and Antiquitiesof the Exchequer of the Kings of England 1 (1769), 222 ff. 249 f.
Auch die Bewucherung der grofsen Grundbesitzer in Flandern besorgtendie italienischen Geschäftsmänner; namentlich die Sienesen. Ein reichesMaterial findet man bei G. des Marez, La lettre de Foire ii Ypres au XIII.sc. 1901; vgl. S. 165. 174. 183. 195. 254 f. Sehr richtig bemerkt der Verfasser(S. 54): „Le droit niedieval conföre au creancier gagiste ou au ciAancier hypo-thecaire des droits plus etendus que le droit moderne. Le gage equivaut eneffet, dans beaucoup de cas au moins, k une alineation dont l’effet definitivest subordonne ä la condition suspensive du non-accomplissement de l’obligation.“Vgl. auch Vanderkindere, 223.
Dem Gui de Dampierre beispielsweise sitzen die Geldmänner, nament-lich die Italiener, wie Läuse im Pelz. Eine hübsche Charakteristik diesesprächtigen, echt seigneurialen Typus, der nie Geld, dafür aber um so mehrSchulden hat, findet man beiFunek-Brentano, Philippe leBel enFlandre, 76 ff.
Für Deutschland und die Sclnceiz, soweit die Kawerschen in Betrachtkommen, vgl. Schulte 1, 290 ff.; im übrigen Lampreclit, Zum Ver-ständnis u. s. w. in der Zeitschrift für Soc. und Wirtschaftsgesch. 1, 233 f. undJannssen 1, 444, die, so sehr ihre Auffassungen sonst voneinander ab-weichen, in der Beurteilung der Lage des Adels übereinstimmen. Über dieBewucherung von Grundbesitzern durch die Juden Stobbe, 117 f. 240. Urk.von 1287: Günther von Schwarzburg hat einem Juden ein Grundstück ver-
pfändet tali pacto, ut si termino statuto non redimeremus, quod tune sibiabsque contradictione maueret et titulo proprietatis liberae suum esset; alsoauch hier eine Art von Eventualkauf. Stobbe 240. Bei der Beschränktheitdes Rechtes der Juden, Grundeigentum zu besitzen, erfolgte die Darlehns-gewährung meist gegen Verpfändung von Kleinodien, Kostbarkeiten, Silber-und Schmuckgeräte. Beispiele dafür bei Stobbe, 240.
Für die Auswucherung der Kreuzfahrer insbesondere: Heyd, Levante-handel 1, 159. Prutz, Kulturgeschichte der Kreuzzüge, 364 ff. Schaubein den Jahrbüchern für N.-Ö. 15, 605 ff. Cunningham, Growth 1, 191.Piton 1, 21. Eine Auswucherung der Kreuzfahrer fand abseiten der italie-nischen Kommunen, namentlich seitens der Venetianer, auch statt auf dem Wege
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