370
Die Daten, an die sich die Entwicklung der amerikanischen Edelmetallgewinnung knüpft, sind bekannt: 1519 Eroberung
Mexikos , von wo 1521 die erste Silbersendung abgeht; 1535 Erobe-rung Perus; 1545 Entdeckung der Silberminen von Potosi in Bo-livien. Letztere haben in der ersten Zeit bis ans Ende des 17. Jahr-hunderts die gröfste Ausbeute geliefert und recht eigentlich mit ihrenungeheuren Ziffern den Edelmetallmarkt beherrscht; seit Ende des17. Jahrhunderts fangt Potosi an nachzulassen, und Mexiko nimmtvon nun an mit rasch steigenden Ziffern die Führung, dergestalt,dafs im Gesamtresultat die von Mexiko gelieferten Silbermengenbis zu der Wendung um die Mitte des 19. Jahrhunderts bei weitemdie Ausbeute irgend eines anderen Landes übertreffen. Uns inter-essieren hier nur die ersten Zeiträume, für die im folgenden einigezahlenmäfsige Angaben gemacht werden:
Es betrug die jährliche Produktion ihrem Werte nach inheutiger Währung (Tausend Mark):
1521-
-1544
1545-
-1560
1561-
-1580
1581-
-1600
Silber
Gold
Silber
Gold
Silber
Gold
Silber
Gold
Mexiko . . .
612
586
2 700
446
9 036
949
13374
1339
Neu-Granada .
—
5 580
—
5 580
—
5 580
—
5 580
4 914
1953
8 640
837
8 280
• 697
8 280
697
Potosi . . .
—
—
32 976
2 790
27 324
2 232
45 776
3 348
Chile ....
—
—
—
5 580
—
1116
—
1116
Vergleichen wir diese Ziffern mit den oben mitgeteilten Aus-beutebeträgen der europäischen Bergwerke, so ergiebt sich, dafs bisin die Mitte des 16. Jahrhunderts die deutschen und österreich-ungarischen Bergwerke die gleichen Mengen Gold und Silber liefernals diejenigen des neuen Erdteils, dafs die Gesamtausbeute etwadoppelt so grofs ist als im Durchschnitt des j;15. Jahrhunderts.Dann tritt mit der Entdeckung Potosis seit Mitte des 16. Jahrhun-derts die entscheidende Wendung ein: starke Vermehrung der Ge-samtmengen, die bis 1560 etwa viermal, seitdem etwa fünf- bissechsmal so grofs sind als vor 1500 bei gleichzeitiger Verschiebungzu Gunsten der transoceanischen Gewinnungsorte: seit Mitte des
Soetbeers (Petermanns Erg.-Heft 57) zusammengestellt. Die Darstellung imText stützt sich im wesentlichen auf die Soetbeerschen Berechnungen.