Anhang.
Die kollektive Accumulation.
Wir werfen zum Schlüsse noch einen flüchtigen Blick auf die-jenige Form der Accumulation, diehch im Gegensatz zur individuellendie kollektive nenne. Sie besteht darin, dafs eine Anzahl von Geld-besitzern ihre Vermögen ganz oder teilweise zu einem Gesamt-vermögen vereinigt, das dadurch eventuell Kapitalfähigkeit gewinnt,während die Einzelvermögen solche nicht besessen hätten.'! Es istdas, wie man weifs, der Fall bei allen Gesellschaftsbildungen undim Depositenwesen.
Zwar sind beide Erscheinungen keineswegs an die kapitalistischeWirtschaftsperiode notwendig gebunden. Wir sahen, wie verbreitetdie Händlergenossenschaften, die Accomanditen, in vorkapitalistischerZeit waren. Aber auch „Depositenbanken“ hat es längst gegeben,ehe auch nur der Gedanke an Kapitalismus aufgetaucht war. Depo-sitengeschäfte gröfsten Stils in vorkapitalistischer Zeit haben dieRitterorden, namentlich die Templer, betrieben. Leopold Delisle hat surabondamment dömontre que les maisons de l’ordre du templerecevaient h titre de d4pöt les capitaux des rois, des princes, desbourgeois et des marchands h
Dann aber spielen Depositenbanken und Handelsgesellschaftennatürlich auch bei der Genesis des Kapitalismus eine grofse Rolle.
Bei den Peruzzi und Bardi hatte bei ihrem Bankerott alleindie Geistlichkeit 550000 fl. Depositen stehen. Beim Bankerott derScali und Amieri a. 1326 wurden mehr als 400 000 fl. Depositenverloren: „chi avea danari in Firenze perde con loro 1 2 .“ Und
1 L6op. Deslisle, Memoire sur les opörations financRres des Templiersin: M6m. de l’inst. nation. de France. Tome 33. Deuz. partie (1889), 9.
a Villani, Libro X, cap. IV.