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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
Seite
484
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484 Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus.

füllten Gewerkschaften zusammengeschlossen, die um die Mitte desvorigen Jahrhunderts, man darf wohl sagen, noch die vorherrschendeWirtschaftsform in der Montanindustrie bildeten * 1 .

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Ich denke, schon diese wenigen Hinweise, zumal wenn wiruns gleichzeitig der Schilderungen erinnern, die ich skizzenhaft vonden Anfängen des Kapitalismus beim Ausgang des Mittelalters ent-warf, werden dieses doch bestätigt haben, womit ich das sechsteKapitel schlofs, das vom Wesen handwerksmäfsiger Wirtschafthandelte: dafs in der That der Gesamtcharakter des deutschenWirtschaftslebens um die Mitte des 19. Jahrhunderts, also am Endeder frühkapitalistischen Epoche, nicht so arg verschieden war vondemjenigen, den das Wirtschaftsleben um 1350 oder wenigstens um1450 trug. Während nun die grofse, ungeheure Wandlung beginnt,die uns in fünfzig Jahren weiter von dem Ausgangspunkte entfernt,als es früher fünfhundert Jahre vermocht hatten.

a few of the shares. The peasant owners are also shareholders in mines andin the forests around which supply the charcoal consumed. They manage todivide their time between the mine, the forest, the furnace, and their land,in such a manner as to be necessingly employed and they calculate closelyenough in isolated speculations . . . There has throughout Germanybeen decided hostility to all concentration of capital in fewhands with the exception of the fundholders.

1Die Eisen- und Stahlhütten im Siegener Lande und im Grunde Seel-und Burbach . . . werden von zahlreichen Gewerken betrieben. Die Anteileder einzelnen Gewerke heifsen ,Hüttentage 1 , jeder derselben führt einen be-sonderen Betrieb und Haushalt unter Benutzung der der Gesamtheit gehören-den Hütte. So besitzt jeder einzelne Gewerke eigene Eisensteinplätze undKohlenschuppen in der unmittelbaren Nähe der Hütte, schafft selbst denEisenstein und die Holzkohlen an, verhüttet dieselben in einer bestimmtenReihenfolge in der ihm zuständigen Zeit und verkauft das erzeugte Roheisen.Diese seit Jahrhunderten bestandene Einrichtung übt einen nachteiligen Ein-'flufs auf die technische Vervollkommnung der Vorrichtungen und des Be-triebes aus, ... ist aber auf eine solche Weise mit allen Lebensverhältnissender Gewerken verschmolzen, dafs deren plötzliche Aufhebung selbst bei einervollständigen Erkenntnis ihrer Nachteile als unausführbar betrachtet werdenmufs, schreibt noch Mitte der 1850er Jahre der orts- und sachkundige J a-cobi, a. a. 0. S. 133. Fortgeschrittener waren zur Zeit, als Jacobi berichtete,schon die Zustände im westfälischen Oberbergamtsbezirk. Die von Jacobi-unzähligemal wiederholte, für ihn relevanteste Thatsache ist die, dafs sich indem gesamten rheinisch-westfälischen Eisen- und Kohlenrevier seit etwazehn Jahren ein totaler Umschwung vollzieht, der aber nichts anderes be-deutete als den Einzug des modernen Grofskapitalismus auf der Basis deranorganischen Technik. Vgl. noch 8. 61. 71/72. 118.