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Einundzwanzigstes Kapitel. Fälle indirekt. Abhängigkeit v. Kapital. 501
Dieses wird — wo es sich nicht um Export handelt — vertreten durchdas Möbelmagazin, „für das der Meister arbeitet“. Es springtnun in die Augen, dafs der Grad der Abhängigkeit, in der sich derTischler von diesem Magazin befindet, ein sehr verschiedener seinkann: von fast völliger Freiheit im Abschlufs der Lieferungsver-träge bis zur völligen und reinen Heimarbeitschaft, wenn derMagazinhaber sogar den Rohstoff 1 und die Werkstatteinrichtungliefert: die Mehrzahl der Fälle wird durch eine Art indirekter Ab-hängigkeit gebildet werden.
Nach den Berichten, die uns vorliegen 1 , hat nun jedenfalls dieArbeit für das Magazin, zumal in den Grofsstädten, ganz ungemeinan Boden gewonnen; aber auch der Grad der Abhängigkeit dereinzelnen Meister ist ein schon verhältnismäfsig hoher und hat dieTendenz noch weiter zu steigen, in dem Mafse, wie die kleinen,proletarischen Existenzen unter den Tischlern zunehmen.
Hören wir die Schilderungen für einzelne Orte:
In Berlin, wo seit altersher ein Sitz marktmäfsiger Tischlereiwar, und wo auch heute noch eine Hauptproduktionsstätte handels-mäfsig abgesetzter Möbel ist, — die Specialität Berlins sind diesog. „Berliner Möbel“, d. h. Nufsbaum fournierte (meist Kasten-)Möbel mittlerer Qualität, deren gröfste Berühmtheit das famose„Verticow“ ist — sollen zwar „zu eigentlichen Heimarbeitern . . .die Tischler noch nicht herabgesunken“ sein: „das erforderlicheRohmaterial besorgen sie sich selbst und die Werkstatteinrichtungist ebenfalls ihr Eigentum. Doch finden sich bereits Ansätze zueiner Entwicklung, welche die Abhängigkeit des kleinen Meistersnoch fester zu gestalten sucht. Verschiedene Magazine habenMeister, die ausschliefslich für sie arbeiten und deren Werkstattvom Magazin eingerichtet ist. Viele kleine Tischler beziehen dieFourniere von ihrem Möbelhändler, die dann bei der Ablieferungfertiger Möbel verrechnet werden“ (U. IV, 404). Offenbar steht nundie grofse Mehrzahl der kleinen Tischlereien Berlins diesem End-punkt der Entwicklung nicht mehr fern, wie uns der Verfasser inder citierten Arbeit des weiteren berichtet. Sie liefern jedenfallsfast alle für Magazine. „Die dadurch hervorgerufene Abhängigkeitdes Meisters vom Magazin weist alle denkbare Abstufungen auf. . .