Fünfundzwanzigstes Kapitel.
Die kombinierte Unternehmung.
Es ist eine allgemein beobachtete und bekannte Erscheinung,dafs der Kapitalismus, wie er auf der einen Seite ganz neue Pro-duktionszweige aus den früher kompletten Produktionsgebieten her-ausspecialisiert, so auf der andern Seite die Tendenz hat, früherselbständige Berufsthätigkeiten in einer Unternehmung zu ver-einigen 1 . Man kann diesen Vorgang unter verschiedenen Gesichts-punkten sich Idar zu machen versuchen. Am besten, wenn manvom genufsreifen Produkt ausgeht. Alsdann erfolgt eine Vereini-gung früher selbständiger Berufsthätigkeiten entweder in der Weise,dafs einige oder sämtliche zur Herstellung eines Gebrauchsgutsnotwendigen Produktionsprozesse in einer Hand vereinigt werden,sei es eine Vereinigung der einzelnen Stufenprozesse eines Gesamt-produktionsprozesses: Paradigma Krupp; oder nur die Vereinigungeiner Hilfsarbeit mit der Hauptarbeit, z. B. der Modelltischlereimit einer Maschinenfabrik oder beides. Oder aber die Vereinigungstellt die Kombination der Produktionsprozesse zweier (odermehrerer) unterschiedlicher Fertigfabrikate dar: Kleider und
1 In einer Unternehmung; keineswegs immer in einem Betrieb. EineFabrik, die aufserhalb Hausindustrielle beschäftigt, stellt keinen „kombiniertenGrofsbetrieb“ dar, sondern was vorhanden ist, sind mehrere Betriebe: 1. einFabrikbetrieb, 2. eine Reihe isolierter (Klein-)Betriebe. Das einigende Band istausschliefslich die kapitalistische Organisation. Danach ist zu berichtigen, wasz. B. Bücher, Art. „Gewerbe“, Sinzheimer , a. a. 0., u. a. über den Gegen-stand geschrieben haben. Ich werde im Text darauf hinweisen, in welchenFällen die kombinierte Unternehmung einen kombinierten Grofsbetrieb aus-bildet. Entdecker des Phänomens, wie er es ganz gut nennt, der „Kom-bination der Geschäfte“, ist Karl Mario, Untersuchungen über dieOrganisation der Arbeit. Billige Ausgabe 3, 424 ff. Geschrieben 1856.