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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
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Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus .

Pelze, Möbel und Gardinen etc., wenn sie sich nicht auf die blol'seVereinigung der Lieferung dieser Gegenstände beschränkt: Über-gang zum kombinierten Handelsgeschäft! Im ersteren Falle findetdie Kombination ihre Einheit im Produktionsprozesse, im zweitenFalle in einer bestimmten Bedarfsrichtung.

An dieser Stelle nun haben wir den Entwicklungstendenzender kapitalistischen Unternehmung nicht nachzugehen; diese Auf-gabe wird in einem späteren Bande des vorliegenden Werkes zu lösenversucht werden. Immer vielmehr handelt es sich hier für uns nurdarum, die wirtschaftlichen Vorgänge bis zu dem Augenblicke zuverfolgen, in dem das Handwerk vom Kapitalismus ergriffen wird.Nicht wie dieser die alten Organisationsformen verdaut, sondernwie er sie verspeist, ist derjenige Prozefs, der uns interessiert.

Deshalb verfahren wir auch besser, wenn wir im folgendendie kombinierte Unternehmung nicht unter einem systematischenGesichtspunkte (wie dem oben bezeichneten), sondern unter demgenetischen Gesichtspunkte betrachten, und sie auch nurinsoweit in Betracht ziehen, als sie aus der Aufsaugung früherselbständiger Handwerke erwächst. Dieser Aufsaugungsprozefsweist drei unterschiedliche Formen auf, die häufig eine Stufen-folge in einer Entwicklung darstellen, und für die ich die Bezeich-nung wähle:

Angliederung

An- und Eingliederung vollziehen sich, wenn frühere Hilfs-gewerbe eines Hauptgewerbes von einer kapitalistischen Unterneh-mung ihrer Selbständigkeit beraubt und in ein Abhängigkeitsverhältniszu dem Hauptbetriebe gebracht werden, dessen Eigenart dadurchnichts verliert; Zusammengliederung bedeutet dagegen immer die Ent-stehung eines neuen, umfassenden Inhalts der Unternehmung undhäufig des Betriebes durch die Kombination verschiedener, im Ver-hältnis der Gleichbedeutung zu einander stehender Berufsthätig-keiten. Was nun an einzelnen besonders wichtigen, weil typischenFällen aus der neuesten Geschichte der Gewerbe erläutert wer-den soll.

1. Die Angliederung nimmt dem Handwerksmeister nichtseine formale__ Selbständigkeit; er bleibt daheim in seiner Werk-statt sitzen, und das einzige, was anders geworden ist, ist seineökonomische Stellung. Er arbeitet nicht mehr für einen (privaten)Kundenkreis, aber auch niqht für den grofsen Unbekannten, den

Eingliederung

Zusammengliederung

früher

selbständiger Handwerke.