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nicht besteht 1 . Ob aber jenes einheitlich geleitete Bauproduktionsrgeschäft auch nur der Punkt ist, auf den die Entwicklung sich zu-bewegt, ist zweifelhaft. Es ist eher wahrscheinlich, dafs sich ein-zelne kapitalistische 'Unternehmungen auf die Erzeugung einigerzusammengehöriger Bauteile verlegen werden und dann einer dieserUnternehmer oder ein Dritter — etwa der kapitalkräftige Architekt —die eigentliche Bauausführung übernimmt. Also etwa in der Weise,dafs ein Architekt, der, sei es einen Bestellungs-, sei es einenSpekulationsbau in Entreprise nimmt, die Maurer - und Zimmer-arbeiten einer kombinierten Unternehmung, den Rest der Holz-arbeiten einer erweiterten Thür- und Fensterfabrik in Auftrag giebtund die kleineren Arbeiten durch seine Angestellten ausführenläfst. Es giebt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, in welcherRichtung die bezeichnete Tendenz der Zusammengliederung im Bau-gewerbe weiterführen kann. Alle jedoch laufen darauf hinaus,früher selbständige Handwerke zu Bestandteilen kapitalistischerUnternehmungen umzugestalten.
Die Berufs- und Gewerbestatistik gewährt wiederum nur geringenAufschlufs über die im Texte besprochene Tendenz der baugewerb-lichen Entwicklung. Zwar hat sie (1895) eine Rubrik — B. 138 —„Bauunternehmung “, unter der auch (vgl. Stat. d. D. Reichs. N. F.Bd. 102. S. 50*) „Baubureaus“, „Baugeschäfte“, „Baugesellschaften“,„Bautechnische Bureaus“ einbegriffen sind, die also im wesentlichendasjenige umfafst, was wir als kombinierte Unternehmung im Bau-gewerbe kennen gelernt haben. Leider aber verlieren die Ziffernder Statistik für uns fast allen Wert dadurch, dafs Hoch- und Tief-bau, die doch keineswegs dieselben Entwicklungstendenzen haben,nicht unterschieden sind. Etwas vermindern können wir die Un-brauchbarkeit, wenn wir die Ziffern für die verschiedenen Orts-gröfsen auseinanderhalten, in der Annahme, dafs die grofsen Bau-unternehmungen in Orten mit weniger als 2000 Einwohnern vor-wiegend dem Tiefbau, jene in gröfseren Orten mehr dem Hochbaudienen werden. Dann ergiebt sich folgendes Bild: Nach der Be^rufszählung gehören der Gruppe B 138 a an: 387 607 Erwerbs-tätige, nach der Gewerbezählung 375070. Nach jener (vgl. a. a. O.Band 110. S 35) w r aren Erwerbstätige im Hauptberuf in unserer