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Schauen wir einen Moment zurück und überblicken wir dasGebiet, das wir in diesem gräfslich langen Abschnitt durchwanderthaben, so ergiebt sich allerdings, dafs der Kapitalismus auf dergesamten Linie der gewerblichen Produktion im Vorrücken ist.Schon heute hat er die ehemals handwerksmäfsige Struktur desGewerbewesens über den Haufen geworfen: hat an Stelle derum die Persönlichkeit des Handwerkers im Laufe derJahrtausende erwachsenen Berufssphären in lächer-lich kurzer Zeit ein völlig neues, nach sachlich-rationellen Gesichtspunkten gestaltetes System vonProduktionsweisen gesetzt. Schon heute beherrscht er fastalle Gebiete gewerblichen Lebens gleichmäfsig.
Aber freilich: die Früheren irrten, wenn sie diesen Siegeszugdes Kapitalismus sich in einheitlichen Formen verlaufend vorstellten.Dem Vordringen des Kapitalismus entspricht keineswegs ein gleich-mäfsiges Wachsen der gesellschaftlichen Grofsbetriebe. In aufser-ordentlich vielen Fällen läfst der Kapitalismus denArbeitsprozefs gänzlich unberührt oder bildet ihn nur wenig um: Fälle indirekterAbhängigkeit, Hausindustrie, Aufserhausindustrie; in anderen tritter zwar in der Form des gesellschaftlichen Betriebes auf, jedochauf so schmaler Basis, dafs wir auch hier von grofsbetrieblicherEntwicklung zu sprechen nicht das Recht haben.
Das sind die Fälle kleinkapitalistischer Unter-nehmungen, die nach den Ausweisen der Statistik, wie schonan mehreren Stellen gezeigt wurde, gerade in unserer Zeit dieTendenz zu haben scheinen, sich zu mehren.
In der gesamten Industrie läfst sich für diese Unternehmungs-form folgender Zuwachs feststellen. Es betrug die Zahl der Betriebe
mit 6—10 Personen- 11—50' - 6-50
1882 1895 Zunahme 1882—95.
68763 113549 65,1 ü /o
43952 77 752 76,9 -
112715 191301 69,7 -
Es bezifferte sich die Zahl der Personen in Betrieben
1882
mit 6—10 Personen 500097‘- 11—50 - 891623
- 6-50 - 1391720
1895 Zunahme 1882—95
833418 66,6 °/o
1620915 81,8 -
2454333 76,3 -