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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
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631
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Siebenundzwanzigstes Kapitel. Die Handwerker in der Gegenwart. 631

1. Den Unterhalt in natura an Milch, Butter, Speck, Schweine-fleisch, Brot, Kartoffeln u. s. w.

2. Einen Gelderlös von ca. 500 Mk. für:

a. Butterverkauf;

b. den Verkauf dreier Schweine a 2 Ctr.;

c. - - zweier Kälber ä 6070 Mk.;

d. - - von Hafer für 50 Mk.

Da ist es freilich leicht möglich,dafs die meisten Handwerkerin günstiger Lage sind (U. V, 58/59), denn fast alle haben solcheGoldgruben, wie die geschilderte, zu eigen.

Was aber die Verbindung der Gewerbe mit der Landwirtschaftvor allem zu einer social so hoch bedeutsamen Thatsache stempelt,ist die Erwägung, dafs sie von mafsgebendem Einflufs auf die ge-samte volkswirtschaftliche Weiterentwicklung sein wird:

1. weil sie für die Konkurrenz zwischen dem Kapitalismus undden älteren gewerblichen Organisationsformen eigentümlicheBedingungen schafft;

2. weil sie eines der Momente bildet, durch welche die Ent-wicklung der gewerblichen Verhältnisse aufs engste mit derEntwicklung der Landwirtschaft verknüpft wird, was beidespassenden Orts näher auszuführen sein wird.

Also gestaltet sich die Lage der Handwerker, wenn und so weites ihnen gelingt, für den Ausfall an Einkünften, den sie infolgeder Zurückdrängung des Handwerks erleiden, irgendwoher Ersatzzu finden.

Wenn aber und soweit ihnen dies nicht gelingt, dann ereignet sichder Fall, den man wenigstens in den Städten fast als den normalen,oder doch sicherlich als einen sehr häufigen bezeichnen kann, dafsnämlich der Handwerker verarmt: er hat in Summa weniger Arbeit,also weniger Verdienst, also mufs sich sein Standard oflife senken.In diesem Verarmungsp rozefs, dem ein grofser Teil der Hand-werker anheimgefallen ist, giebt es unterschiedliche Etappen. Wennein Handwerksbetrieb aus mehreren Personen besteht, so wirdohne Zweifel zunächst die Anzahl dieser Personen verringertwerden: die Hilfskräfte werden abgestofsen. Erst die Gesellen,dann die Lehrlinge. Es wird einsam um den Meister in der Werk-statt ; schliefslich bleibt er allein zurück, wo früher vielleicht ein regesDurcheinander arbeitsamer Gesellen und strebender Lehrlinge ge-herrscht hatte. Oder der junge Meister, der sich etabliert, ver-zichtet von vornherein auf die Annahme von Gehilfen, weil er siedoch nicht beschäftigen kann was auf dasselbe hinaus kommt.