Achtundzwanzigstes Kapitel. Die moderne kapital. Entwicklung etc. (339
abgesehen davon, dafs auch in Gewerbezweigen, die in unserer„Fabrikentabelle“ nicht aufgeführt sind, schon äufserlich als kapi-talistische Unternehmungen kenntliche Geschäfte von der Statistikermittelt werden (etwa alle Betriebe mit mehr als 20 oder 50 Personen),so ist noch einmal mit allem Nachdruck zu betonen, dafs auch die-jenigen Ziffern, die uns das Kleinbetriebspersonal in ehemaligenHandwerksgebieten angeben, ganz und gar nicht mit Sicherheit denBestand des Handwerks zu umgrenzen vermögen, dafs in ihnen viel-mehr aufserordentlich viel Elemente enthalten sind, die schonlängst vom Kapitalismus in der einen oder anderen Form ergriffensind. Was bedeutet es denn z. B., wenn uns von der Statistikin Deutschland 1895 nachgewiesen werden:
Schneider in Alleinbetrieben ohne Motoren . 188 066
in anderen Betrieben mit 1 Personund in Betrieben mit 2—5 Personen 188 162
Also Schneider in „Kleinbetrieben“ .... 376 228
Etwa, dafs in Deutschland noch 376 228 Schneiderseelenhandwerksmäfsig existieren?! Ein Blick auf unsere Quellengenügt, um diese Annahme als absurd zurückzuweisen. Also er-klärt sich jene Ziffer doch wohl nur so, dafs die Statistik in ihrauch die von kapitalistischen Unternehmern beschäftigten ehemalsselbständigen Schneidermeister und Schneidergesellen mit umfafst.Nur so wird es verständlich, dafs als „hausindustrielle“ Schneiderim ganzen Deutschen Reiche nur 70 034 Personen ermittelt sind,während vielleicht Berlin und Breslau zusammen allein so viele inihren Mauern haben.
Nachdem ich dies voraufgeschickt habe, lasse ich eine Zu-sammenstellung folgen, in der die wichtigsten Zweige des früherenHandwerks mit den darin beschäftigten Personen aufgeführt sind.Wie gesagt, läfst sich nicht feststellen, wie viel von diesen Ziffern aufdas Handwerk entfällt. Wollte man etwa annehmen, dafs in Be-trieben mit mehr als 5 Personen in den aufgeführten Branchenebensoviel handwerksmäfsige Elemente stecken, wie in den Be-trieben mit weniger als 5 Personen Lohnarbeiter, so würde mandie in letzteren gezählten Erwerbstätigen als den heutigen Bestanddes Handwerks anzusprechen haben. Auf Grund dieser allerdingsziemlich vagen Berechnung käme man zu rund 2 Mill. Erwerbs-tätigen im Handwerk, denen rund 6 Mill. in der Sphäredes gewerblichen Kapitalismus entsprechen würden.