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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
Entstehung
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Einleitung.

187074 1883-88 189094

Gesamtgriinclungskapital der be-treffenden Periode .... 3306,81 729,24 593,9

Anteil der übrigen 4 Erwerbs-zweige . 61,8 °/o 34,0 °/o 25,0 %.

Ziehen wir nun den Umstand in Betracht, dafs während dieserDepressionsperiode die Überkapitalisation eher zu- als abgenommenhat, so werden wir von selbst zu der Folgerung gedrängt, dafsdas Kapital sich notwendig nach neuen Anlagesphären umsehenmufste. Damit tritt es aber an die Gebiete heran, in denendas Handwerk haust. Dafs schon längst im Laufe sowohl derfrüheren Periode als insbesondere auch während der Expansionszeitvon 18501875 handwerksmäfsig betriebene Gewerbe vom Kapitalis-mus in Entreprise genommen worden sind, hat die voraufgegangenegenetische Darstellung zur Genüge erwiesen. Sehen wir jedoch vonden wenigen schon während der frtihkapitalistischen Periode demKapitalismus ganz anheim gefallenen Gebiete ehemals handwerks-mäfsiger Produktion ab (Montan-, Leder-, Textilindustrie, einzelneZweige der Eisenindustrie), so war in den übrigen Sphären hand-werksmäfsiger Thätigkeit, in denen sich die kapitalistische Produktions-weise schon einzubürgern begonnen hatte, der Bestand des Hand-werks doch noch kaum gefährdet worden. Der Kapitalismus hattesich begnügt, einige Specialitäten zu pflegen und seinen Absatzdafür aufserordentlich extensiv zu gestalten: auch hier waren esfast durchgängigExportindustrien, die der Kapitalismus zunächstentwickelt hatte: die Berliner Tischlerei, die deutsche und dieösterreichische Konfektion, die Wiener Schuhwarenindustrie, dieSchweizer Uhrenindustrie, die Dampfmüllerei und viele andere sindursprünglich mehr oder weniger reine, aber mindestens doch immervon Anfang an auch Exportindustrien gewesen.

Nun kommt die Forcierung aller dieser Industrien. Die Pro-duktion wird immer mehr ausgedehnt. Es beginnt ein Kampf zu-nächst um den fremden Markt. In dem Mafse, wie sich dieheimische Industrie im Auslande bedroht sieht, sucht sie den Inlands-markt für sich mit Beschlag zu belegen: es beginnt die Schutzzollärader 1880 er Jahre in den meisten der konkurrierenden Länder.Das bedeutet für die Exportindustrien abermals eine Einschränkung

das zur Anlage und Ausrüstung der Bahn . . verwendete Anlagekapital:1870- 1880/81 = 4818 Mill. Mk., 1880/81 1890/91 = 1566 Mill. Mk. Vgl.Stat. Jahrbuch für das Deutsche Reich III, 108; XIII, 104.