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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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Erstes Buch. Die Neubegründung des Wirtschaftslebens.

werks, können wir getrost behaupten, hat sich wesentlich unab-hängig vom geltenden Gewerberecht gestaltet. Wenn sich dieSpuren des Einflusses einer principiellen Änderung des Gewerbe-rechts überhaupt nachweisen lassen, so sicherlich nur in Bezug aufdie Lage der Handwerker.

Hier begegnen wir allerdings in zahlreichen Fällen der That-sache, dafs infolge oder wenigstens nach Einführung der Gewerbe-freiheit entweder überhaupt eine Vermehrung der Zahl derHandwerker oder doch wenigstens eine solche der selbständigenHandwerksmeister eingetreten ist. Namentlich die letztere Er-scheinung kehrt häufiger wieder. Dafür dienen folgende Ziffernals Belege:

In Leipzig betrug die Zahl der Drechsler (U. II, 60)

1861 = 25; 1875 = 51;die der Schlosser (U. II, 96 f.)

1862

Innungsmeister

48

Nicht-Innungsmitglieder

0

1868

44

58

1888

94

102

mer (U.1860

II, 136)

34

0

1865

32

20

1875

24

55

Bäckereien gab es in Leipzig ( U. II, 349 f.)

1861 = 39; 1871 = 68; 1894 = 152.

D. h. es versorgte ein Bäcker durchschnittlich Konsumenten 1860= 2040; 1894 = 1225.

Die Zahl der Lohgerbereien stieg in Leipzig vorübergehendvon 9 vor Einführung der Gewerbefreiheit auf 14 im Jahre danach;diejenige der Lohgerbereien in Dresden von 13 im Jahre 1858 auf27 im Jahre 1862 (U. V, 404).

In der Leipziger Böttcherei war in der letzten Zeit vorEinführung der Gewerbefreiheit eine beträchtliche Steigerung derGehilfenzahl erfolgt: 1849 hatten 33 Meister" 68 Hilfspersonen,1861 = 32 deren 95. Daher bewirkt die Gewerbefreiheit ein raschesAnwachsen der Meisterziffern. Die Zahl der Meister betrug:186232; 1863=42; 1864=44; 1865/66=46; 1868=48(Maximum) 1 .

Für das Schreinergewerbe in München wird als Wirkung derGewerbefreiheit sowohl eine Vermehrung der Betriebe von 244

Vgl. auch Sch mol ler, Kleingewerbe S. 151 ff.