Drittes Kapitel.
Die neue Technik.
„ TF«s man an der Natur Geheimnisvolles pries,Das wagen ivir verständig su probieren,
Und was sie sonst organisieren liefs,
Das lassen wir krystaUisieren.“
Faust II.
Nach zwei Seiten hin entfalten sich gleichzeitig unsere tech-nischen Fähigkeiten: es mehren sich die Kenntnisse von denEigenschaften der uns umgebenden Natur, mit der wiruns zur Erreichung unserer Zwecke notgedrungen auseinandersetzenmüssen; und es erweitert sich das Mafs des eigenen Könnens,die Dinge der äufseren Natur unsern Wünschen entsprechend um-zuformen: unsere Arbeitsfähigkeit wird in ihrer quantitativen Ergiebig-keit und qualitativen Anpassungskunst auf eine immer höhere Stufeder Vollendung gehoben. Beide Seiten ergänzen sich notwendig undgeben zusammen erst das vollendete Bild je von der Stufe tech-nischer Leistungsfähigkeit, auf die die Menschheit sich erhoben hat.
Wir verfolgen auch die Entwicklung der ökonomischen Technikin neuerer Zeit nach diesen beiden Richtungen hin und finden dann,dafs die Fortschritte der modernen Technik sich etwa also zusammen-fassen lassen.
Es ist eine grofse Vermehrung unseres Wissens be-merkbar von den Stoffen und Kräften und von der Nutzbarkeitder Umbildungsprozesse der Natur selbst. Dampf und Elektricität,Färbemittel und Nahrungssurrogate, die täglich neu entdecktenchemischen Verfahrungsweisen legen Zeugnis dafür ab. Währendgleichzeitig die Beherrschung der Kräfte und Prozesse in der Naturimmer sicherer wird. Mufsten wir uns ehedem damit begnügen,von dem Wirken der Natur im Wehen des Windes oder im Fliefsen