Viertes Kapitel. Der neue Stil des Wirtschaftslebens.
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Die raschesten Diligencen gab es in England ; sie fuhren 15 bis16 Kilometer 1 .
Die Seefahrten haben sich in folgender Weise verkürzt. Esbrauchten zur Reise von Europa nach Amerika:
Chr. Columbus (Bahama-Inseln) ....
70
Tage,
42
n
die „Savannah“ (1. Dampfschiff 1819) 2 . .
26
n
„Kaiser Wilhelm der Grofse“ (Nordd. Lloyd.
1897) .
5
„ 15 Stunden,
„Deutschland“ (Hamb.-Amerik.- Paketfahrt-
A.-G. 1900).
5
» •
Über die Dauer anderer SchifFsreisen in früherer Zeit habenwir schon im dreizehnten Kapitel des ersten Bandes Kenntnis er-halten. Vasco de Gama legte den Weg von Lissabon nach Calicut in 314 Tagen zurück. Aber im ganzen 16. Jahrhundert dauertedie Hin- und Herreise zwischen Portugal und Ostindien nochregelmäfsig 18 Monate 3 . Die Zeit, die die holländischen Schiffe im17. und 18. Jahrhundert zwischen Europa und Indien zubrachten,betrug selten nur 5 — 6 Monate, meist 7 Monate, zuweilen 10—15 Mo-nate. „Die Fahrten dauerten übermäfsig lange, weil die Schifferaus Unwissenheit und Nachlässigkeit so oft Umwege machten, diegünstigen Winde und Zeitpunkte versäumten und ihre Instruktionenübertraten 4 .“
Der erste Dampfer (im Jahre 1825) war noch 120 Tagezwischen Falmouth und Calcutta unterwegs. Jetzt sind die Fahr-zeiten folgende: London —Bombay („Caledonia“ 1898) Hinreise:12 Tage 10 a /4 Stunden, Rückreise: 12 Tage 2 Stunden; London— Hongkong („Australia“ und „Oriental“) 24 Tage. Die „Himalaya“ fährt die Strecke London —Westaustralien in 23 Tagen 11 Stunden,die „Victoria“ bringt uns von England nach Melbourne in 34 Tagen20 Stunden.
Was Telegraph und Telephon zur Beschleunigung deswirtschaftlichen Gesamtprozesses beigetragen, liegt zu deutlich zuTage, um besonderer Hervorkehrung zu bedürfen.
1 E. Sax, Die Verkehrsmittel 2 (1879), 6. Vgl. auch E. Engel, Zeitalterdes Dampfes. 2. Aufl. 1881.
2 Geistbeck, Weltverkehr. 1889. S. 357.
3 Saalfeld, Gesch. des portugiesischen Kolonialwesens (1810), 139.
4 Saalfeld, Gesch. des holländischen Kolonialwesens in Ostindien(1812), 217.