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Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
Auf Provinzen berechnet ergiebt sich dann folgendes nochfrappantere Bild. Das jährliche Zuwachsprozent betrug (1834—1846) 1 :in der Provinz Pommern . . . 2,23 (Max.)
„ „ „ Brandenburg . . 2,27
im preufsischen Staatin der Provinz Sachsen . .
„ „ „ Westfalen .
Und für die übrigen deutschen Staaten gilt ein Gleiches 2 .
Das Königreich Sachsen erreicht in keiner Kreisdirektion dieZuwachsrate der preufsischen Provinz Pommern. Es betrug diejährliche Durchschnittszunahme in Proz.:
1,88
1,64
1,43
1,59
Während das Kurfürstentum Hessen eine Durchschnittszunahmevon 1,37 °/o aufweist u. s. w.
Ja, es ist sogar festgestellt worden, dafs beispielsweise imKönigreich Preufsen die Bevölkerung in Gegenden mit ärmerenBöden sich von 1819 bis 1845 um 146%, in denen mit reicherenBöden dagegen nur um 145°/o vermehrt hat 3 .
Blättern wir aber in der zeitgenössischen Litteratur,so tönt uns aus jeder Seite die Klage entgegen: es sind zu vielMenschen auf dem Lande da, die Arbeitsgelegenheit fehlt,die Zahl der Arbeitslosen und Elenden namentlich auf dem flachenLande und in den kleinen Städten wächst. Ich teile ein paarsolcher Äufserungen mit:
Mark Brandenburg: „Eine dritte Ursache“ — sc. der Notund Armut auf dem Lande, deren beide ersten Ursachen (!) der
1 Frh. von Reden, Vergleichende Statistik der Bevölkerungsverhält-nisse Deutschlands und der übrigen Staaten Europas in seiner ZeitschriftBd. I (1847) S. 1057. Über die damals stärkere Bevölkerungszunahme imOsten Deutschlands vgl. auch das reiche Material bei Fr. J. Neumann, ZurLehre von den Lohngesetzen in den Jahrbüchern f. Nat.Ok. III. F. Bd. V(1893); namentlich S. 648 ff.
2 von Reden, S. 1058 ff.
3 Bötzow, Bodenbesehaffenheit und Bevölkerung in Preufsen in derZeitschrift des preufs. statist. Bureaus 21, 287—91.