Sechstes Kapitel. Grofsbritannien.
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10°/o, diejenige in 21 vorwiegend industriellen in derselben Zeit24% K
Aber alles dies vollzog sich doch nur ganz allmählich, so dafsauch die Umbildung der Landwirtschaft eine immerhin langsame,schrittweise und der Übergang zur intensiv-rationellen Betriebs-weise, wie die Rationellen vom Schlage Arthur Youngs noch inden 1760er Jahren mit Schmerzen konstatieren mufsten 1 2 * , keines-wegs ein allgemeiner auch nur in den besseren Grafschaften war 8 .Der grofse, alle bisherigen Entwicklungskeime treibhausmäfsigweiterfördernde Umschwung dagegen kam erst in den beiden letztenJahrzehnten des 18. Jahrhunderts.
Er war, wie man weifs, eine unmittelbare Folge des gewaltigenAufschwungs der Industrie und seiner Begleiterscheinung, des Zu-sammenströmens der Bevölkerung in den Städten und Industrie-bezirken. Infolge dessen schnellten nun die Preise aller landwirt-schaftlichen Erzeugnisse, einschliefslich der Brotfrucht, erst rechtin die Höhe, und die Landwirtschaft mufste, trotz steigender Ein-fuhr 4 * , mit Hochdruck arbeiten, um den rasch wachsenden Mehr-bedarf der gewerblich-städtischen Bevölkerung zu decken. DieseVorgänge sind so viel besser bekannt als die in aller Stille sichvollziehende Entwicklung bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, dafswir uns kürzer damit befassen können, obwohl die Jahre selber fürunsere Untersuchungen so sehr viel wichtiger sind. Die Jahre von
1 Nach den Zusammenstellungen bei J. Goldstein, Berufsgliederungund Reichtum. 1897. S. 14. 15. Wir müssen uns mit diesen keineswegs be-friedigenden Ziffern der Grafschaftsbevölkerung begnügen, da uns für jeneZeit zuverlässige Angaben über das Wachstum der städtischen und ländlichenBevölkerung fehlen. Vgl. auch den folgenden Abschnitt.
2 A. Young, Southern Tour, passim. Weitere Belege bei A. Toynbee,Lectures on the industrial revolution of the XVIII. Century in England .5. ed. 1896. pag. 45f.
8 Wir besitzen als besten Beleg für die Richtigkeit dieser Auffassungdas meist sichere Urteil des alten Adam Smith über den Grad der landwirt-schaftlichen Entwicklung Englands im achten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts.Das also lautet: „The cultivation and improvement of the country has, nodoubt, been gradually advancing too; but it seems to have followed slowlyand at a distance, the more rapid progress of commerce and manufactures.The greater part of the country must probably have been cultivated beforethe reign of Elizabeth; and a very great part of it still remains uncultivated,and the cultivation of the far greater part, much inferior to what it might be.“B. III. Ch. IV.
4 Vgl. die betreffenden Ziffern oben S. 94. Weitere Preisangabe enthält
Tooke und Newmarch (Asher, Band 1). Vgl. auch noch Hasbach, a. a. 0.