Achtes Kapitel. Die Tendenz zur Städtebildung.
179
1871
1875
1880
1885
1890
1895
in Gressstädten
(über 100 000 Einw.)
4,8
6,2
7,2
9,5
12,1
13,2
„ Mittelstädten
(20-100 000 „ )
7,2
8,2
8,9
8,9
9,8
10,4
„ Kleinstädten
(5-20 000 r )
11,2
12,0
12,6
12,9
13,1
13,6
„ Landstädten
(2 — 5000 „ )
12,4
12,6
12,7
12,4
12,0
12,2
Der verschiedene Stärkegrad der Zunahme in den einzelnenOrtsgröfsenklassen wird übersichtlich durch folgende Berechnung 1dargestellt. Es betrug der Bevölkerungszuwachs während desZeitraums 1867 bis 1885
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100
2 000
Einwohnern
23
2 000— 5 000
n
115
5 000— 20 000
»
213
20 000—100 000
n
275
100 000 und mehr
n
3100
Die Reichsstatistik fafst zu Mittelstädten alle Städte zwischen
20000 und 100000 Einwohnern zusammen. Ich habe die Em-pfindung, als ob die „Grofsstadt“ in einem weiten Sinne innerhalbdieses Spielraums ihren Anfang nähme und halte die Ziffer von50 000 Einwohnern für eine natürliche Grenze, eine Auffassung, die indem Jahrbuch deutscher Städte bekanntlich zu ihrem Rechte kommt.
Deshalb scheint mir die veränderte Situation sich in keiner andern
Ziffer so deutlich auszusprechen, als in der folgenden: Es lebten inStädten mit mehr als 50 000 Einwohnern in Deutschland 1 2 :
184 3 1 229 681 Menschen, d. h. 3,5 °/o der Gesamtbevölkerung
1900 (1. XII.) 11861924 „ „ 21,9 „ „ „
Der Löwenanteil dieser schon im weiteren Sinne grofsstädti-schen Bevölkerung entfällt freilich auf die Städte mit mehr als100000 Einwohnern, deren Entwicklung seit 1871 folgende Ziffernzum Ausdruck bringen:
Jahr
Zahl der Städte
Gesamtbevölkerung
Anteile an derGesamtbevölkerungdes Reichs in °/o
1871
8
1968 000
5,34
1875
13
2 908 000
6,81
1880
15
3580 000
7,90
1885
21
4462 000
9,51
1890
26
6 258 000
12,47
1895
28
7 261 000
13,83
1900
33
9 209 000
16,36
1 A. F. Weber, 91.
2 Berechnet nach dem „Jahrbuch deutscher Städte“ VII. (1898), S. 251, 255;IX (1900), 371.