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Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
10 000—15 000 Einwohner 6 Städte mit 69 667 Einwohnernüber 15 000 3 „ 187 219
(nämlich: Chemnitz 30 753; Leipzig 62374; Dresden 94092) hVon den 142 Städten waren aufserdem noch 14 „Landstädte “,4 gemischte Orte, in 17 überwog die landwirtschaftliche Be-völkerung, in 16 weiteren betrug diese mehr als 20°/o, in noch 40zwischen 10 und 20°/o der Gesamtbevölkerung 1 2 .
Um die Mitte des Jahrhunderts setzt die Agglomerationstendenzein. Während im Königreich Preufsen 1849 noch etwa ebenso vielMenschen in Städten gelebt hatten wie 1800 (28,04 gegen 26,42 °/o),finden wir die städtische Bevölkerung in der zweiten Hälfte undnamentlich im letzten Drittel des Jahrhunderts sich zu folgendenAnteilsziffern erhöhen: es lebten im deutschen Reich in Städten 3 :
1871 = 36,1 °/o1875 = 39,0 „
1880 = 41,4 „
1885 = 43,7 „
1890 = 47,0 „
1895 = 49,8 „
Nach der Zählung von 1900 also wahrscheinlich mehr als die Hälfte.
Dafs aber in dieser steigenden Zunahme der städtischen Be-völkerung die Grofs- und Mittelstädte stärker beteiligt sind, als dieKleinstädte, geht aus folgenden Ziffern hervor:
Es lebten von 100 Einwohnern des Reichs 4 :
1 Engel, a. a. O. S. 48. 169.
2 Engel, 156 ff.
3 Die Vergleiche mit früheren Ziffern sind nicht völlig exakt; die Ver-schiebung des Schwerpunkts in größere Centren ist noch bedeutender, als esdie Zahlen zum Ausdruck bringen. Die alte Statistik unterschied nach derverwaltungsrechtlichen Eigenschaft des Ortes: Bevölkerung in Städten und aufdem Lande. Also auch die Bevölkerung in winzigen Ortschaften von einigenHundert Einwohnern, wofern es nur „Städte“ waren, wurde der „städtischen“Bevölkerung zugezählt. Jetzt wird bekanntlich nach der Zahl der Einwohnerunterschieden: Bevölkerung in Ortschaften über 2000 Einwohner. — Vgl.von Mayr, Statistik. 1897. II, 57.
4 Stat. d. D. Reichs N. F. Bd. 32 und Vierteljahrshefte z. Stat. d. D.Reichs. 1897. 1898. Im Jahre 1890 wurde das Aufnahmeverfahren geändert, so-dafs die Zahlen nur bis 1885 völlig vergleichbar sind. Siehe von Mayr,a. a. O. S. 58 und vgl. dazu die sehr lehrreiche Studie von Brückner, DieEntwicklung der grofsstädtischen Bevölkerung im deutschen Reich im Allgemeinenstatistischen Archiv Bd. I. (1890), S. 142 f. Die neueste Bearbeitung des Ziffern-materials in der Litteratur findet sich bei A. F. Weber, The growth of thecities in the XIX. Century. 1899. p. 80—94.