270 Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
Am weitesten zurück — noch vor die Reform der preufsischenEinkommensteuer im Jahre 1851 — reichen die Ziffern, die mir vonden genannten Städten für Köln, Aachen und Düsseldorf zur Verfügungstehen. Es handelt sich um Einkommensschätzungen, die zwecksDurchführung der Gemeinde-Ordnung vom 23. 7. 1845 zur Bildungder drei Wählerklassen vorgenommen wurden. Die Ziffern sind vonProfessor G. B. Mendelssohn in einem sehr instruktiven Aufsatzeder Redenschen Zeitschrift verarbeitet 1 und ergeben im wesentlichenfolgendes Bild. Sie beziehen sich auf rheinische Städte, aus denenich aufser Köln diejenigen 6 auswähle, die heute und z. T. schondamals Industrie- und Handels-Centren sind, bezw. waren: Saar-brücken, St. Johann, Saarlouis, Aachen, Burtscheid und Düsseldorf. In jeder Stadt ist ein Mindesteinkommen festgesetzt, das zur Aus-übung des Wahlrechts in der III., II. und I. Klasse berechtigt.Es betrug
Namen
der
Städte
Minimum desEinkommensin der
Zahl
der Wählerin der
Mittleres Einkommen
Unter1000 Ein-wohnernsind Wählermit über400 Thlr.Einkommen
aller Wählerüber
400 Thlr.EinkommenThlr.
der
I. Klasse
I
II
III
I
II
III
Wählerklasse
Klasse
Thlr.|Thlr.
Thlr.
Saarbrücken
1600
500
200
21
67
207
801
2664
_
St. Johann .
800
300
200
33
97
220
806
1394
—
800
410
300
30
70
115
769
1305
—
1600
600
300
133
458
1082
941
3300
27
1200
400
200
17
53
147
1023
2107
—
1200
600
400
533
1262
2304
791
1902
53
1400
600
300
127
339
763
944
2514
38
Man bedenke: das sind die wohlhabenden und blühendenStädte der reichsten preufsischen Provinz!
In Aachen, einer Stadt von 45000 Einwohnern, nur 1673 Per-sonen, die mehr als 300 Thlr., 458, die mehr als 600 Thlr, 133, diemehr als 1600 Thlr. Einkommen haben ; in Köln, das damalsetwa 78000 Einwohner hatte, wahrhaftig nur 4099 Personen mit mehrals 400 Thlr., 533 Personen mit mehr als 1200 Thlr. Einkommen!Nun mufs allerdings das wirkliche Einkommen höher veranschlagt